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(Marie von Ebner-Eschenbach)


27. Februar 2024


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NARZISSMUS


Wir leben in Zeiten, in denen sich viele Menschen mit anderen vergleichen können. Facebook, Instagram, TicToc, Pinterest und andere (a)soziale Medien machen das möglich. Das ist der Grund, warum narzisstische Persönlichkeitsstörungen zugenommen haben. Der Narzissmus blüht nicht nur in Familien, Vereinen und am Arbeitsplatz, sondern in zunehmendem Maße auch in der Politik.

Was ist ein Narzisst?

Der Begriff stammt aus der Mythologie. Nárkissos ist ein schöner Jüngling, der die Liebe anderer zurückwies und sich in sein eigenes Spiegelbild verliebte. Der typische Narzisst, den es bei beiden Geschlechtern gibt, überschätzt seine eigenen Fähigkeiten. Er hält sich für überlegen und etwas Besonders. Diese Selbstüberschätzung führt fast immer zu einer Unterschätzung des Wertes und der Leistungen anderer.

Viele Narzissten sind charakterlich hohl wie eine leere Dose. Sie machen sich in der Regel lächerlich, aber es gibt eine Form des Narzissmus, der für Mitmenschen gefährlich werden kann. Das ist dann der Fall, wenn der Narzisst unter persönlichen Defiziten leidet. Es kann ein fehlender Schulabschluss, Probleme in Ehe und Familie, eine missglückte Berufslaufbahn oder etwas anderes sein. In solch einem Fall legt sich der Narzisst eine Maske zu und beginnt, andere Menschen regelmäßig zu kritisieren und herunterzumachen, um selber besser auszusehen. Seine eigenen Defizite verschweigt er dabei.

Das wichtigste Erkennungsmerkmal eines Narzissten ist der Neid. Andere haben mehr Geld, einen attraktiveren Lebenspartner, eine größere Wohnung, einen klangvollen Titel. Es gibt noch andere typische Symptome wie Ausnutzung von Mitmenschen für egoistische Zwecke, mangelnde Empathie, arrogantes Verhalten bis zur Unerträglichkeit und eine fortwährende Jagd nach Bewunderern.

Bedrohlich für Mitmenschen wird es, wenn der Narzisst zu Methoden greift, wie etwa dem "Gaslighting". Dieser Fachbegriff wurde von Psychologen dem Theaterstück "Gas Light" eines britischen Autors entnommen. Es bezeichnet eine bestimmte Form des Psychoterrors. Das Opfer wird gezielt desorientiert und so lange verunsichert, bis sein Selbstbewusstsein geschwächt oder sogar zerstört ist. Typische Sätze aus der Gaslighting-Giftküche lauten etwa so: "Was ist los mit dir? Ich tue alles für dich, aber du machst alles falsch. Mit dir stimmt etwas nicht!"

Alle Psychologen raten daher, Kontakte zu Narzissten sofort abzubrechen oder wenigstens auf ein notwendiges Minimum zu beschränken, denn krankhafte Narzissen sind nicht therapierbar.

Narzissmus in der Politik

Kommt uns das alles nicht bekannt vor? Ich meine damit nicht die typischen Narzissten im persönlichen Umfeld, die uns auf die Nerven gehen, sondern den Narzissmus als Form der Politik. Mutige und intelligente Politiker wie Leopold Figl, Julius Raab, Bruno Kreisky, Wolfgang Schüssel und andere werden immer seltener. Neuerdings regieren Erinnerungsvirtuosen wie Olaf Scholz, Lebenslaufkünstlerinnen wie Annalena Baerbock, eine Frau "Doktor" als Justizministerin, ein hilflos wirkender Greis wie Joe Biden und andere. Ganz schlimm steht es um Politiker der linken Reichshälfte, wo mangelnde Kompetenz fast schon eine Voraussetzung für eine Parteikarriere ist.

Nicht wenige linke Politiker sind dazu übergegangen, ganze Bevölkerungsgruppen pauschal zu beleidigen. Das beginnt beim "alten weißen Mann" und endet beim täglichen "Nazi". Wenn ein Politiker von "ewiggestriger Nationalstaatlichkeit" spricht, dann ist das bereits Gaslighting. Eine bestimmte Meinung wird mit negativen Attributen versehen, um unsere Orientierung zu vernebeln. Linke Ideologen und Politiker kriminalisieren die Verwendung von Wörtern wie "Indianer", Klimakleber kriminalisieren das Fahren von PKWs. Es erübrigt sich, weitere Beispiele anzuführen, wir wissen um die pauschalen Verleumdungen, die fast tagtäglich über uns ausgegossen werden. Politische Narzissten haben oft Unterstützer, die von Psychologen "Flying Monkeys" genannt werden. Sie sitzen in den Redaktionsstuben gewisser Medien.

Flucht

Das Verbrechen einer Verleumdung liegt vor, wenn eine Person jemand anderen der Begehung einer Straftat ohne Beweis verdächtigt, obwohl der Verleumder ahnt oder weiß, dass die Verdächtigung falsch ist. Hier beginnt das Problem der politischen Narzissten. Aufgrund ihrer verzerrten Sicht auf die Wirklichkeit, ihrer Defizite, ihrer mangelnden Bildung und ihres Hasses auf alle Erfolgreichen sind sie sich der Verleumdung gar nicht bewusst. Der Narzisst in all seiner Erbärmlichkeit hat immer recht. Er spielt uns das nicht vor, er weiß es. Flucht ist eine Option für die Opfer, aber wie flieht man vor narzisstischen Politikern?

Die Lincoln-Falle ist die einzige Hoffnung, die uns narzisstisch regierten Normalbürgern bleibt. US-Präsident Abraham Lincoln hat einmal gemeint: "Man kann einige Leute ständig zum Narren halten und alle Leute für kurze Zeit, aber man kann nicht alle Leute für alle Zeiten für dumm verkaufen." Lincoln hatte recht, aber dazu bräuchte es auch eine Mehrheit mündiger Bürger. Nur ein intelligenter und freier Bürger durchschaut das kranke Spiel der Narzissten an den Hebeln der Macht und wählt entsprechend.



© 2024 Rudolf Öller, Bregenz  [/2024/roe_2403]


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