Welt der Naturwissenschaften (Scientific Medley)

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25. Oktober 2021

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Geschichte der Genetik: GENFREI?


Im inzwischen verblichenen Wirtschaftsblatt vom 29. 11. 1997 hieß es: "… arbeitet Österreichs Lebensmittelindustrie derzeit noch absolut genfrei. Große österreichische Handelsketten wie Meinl, Billa und Spar wollen ihre Regale genfrei halten, solange die Kennzeichnung der Lebensmittel nicht verpflichtend ist." Der unfreiwillig komische Satz mit dem Wort "genfrei" ist kein Einzelfall. In Zeitungen und Zeitschriften, sogar in Wahlkämpfen, war immer wieder von "genfreien" Produkten und Regionen die Rede.

"Genfreie" Lebewesen gibt es nicht. Wer "genfrei" sagt, meint natürlich "gentechnikfrei", aber das ist heute nicht mehr realisierbar, denn die Gentechnik ist so wie die Quantenphysik und die Elektronik, eine äußerst erfolgreiche Wissenschaftssparte. Die Kriminalistik ist heute ohne Gentechnik nicht mehr vorstellbar. Eine große Zahl von Schwerverbrechern konnte mit Hilfe der DNA-Analyse überführt werden. Gleichzeitig konnten viele unschuldig Verurteilte mit Hilfe dieser Technik wieder freigesetzt werden.

Die Medikamentenproduktion ist heute ohne Gentechnik ebenfalls nicht mehr vorstellbar. Früher wurde das für Zuckerkranke benötigte Insulin aus tierischen Bauchspeicheldrüsen gewonnen. Dazu mussten Tonnen von Organen in Kühlhallen gelagert werden. Insulin lässt sich mittlerweile gentechnisch herstellen. Das heißt, dass man es im Gegensatz zu früheren Jahren nicht mehr aus der Bauchspeicheldrüse von toten Schweinen und Rindern gewinnen muss.

Die Gentechnik macht es möglich, den Insulin-Bauplan aus den menschlichen Zellen zu isolieren und in Hefe- und Bakterienzellen zu einzubauen. Diese vermehren sich in Fermenterkesseln, wo sie menschliches Insulin produzieren. Dieses gentechnisch hergestellte Insulin hat den Vorteil, dass es rein und frei von schädlichen Keimen ist, die Allergien hervorrufen können.

Verbraucher in Österreich und Deutschland sind gegenüber allen Formen der Gentechnik negativ oder zumindest skeptisch eingestellt. Das liegt vor allem an den intensiven Aktivitäten von Umweltschutzorganisationen, die sich aber fast ausschließlich auf mögliche Nachteile dieser Wissenschaft konzentrieren. In Wahrheit hat jede Wissenschaft Vor- und Nachteile. Nach allem, was wir seit der Entstehung der modernen Gentechnik in den Siebzigerjahren wissen, überwiegen die Vorteile und die Hoffnungen, wie etwa auf Bakterien, die Kunststoffe und Ölrückstände verdauen können.

Die Gentechnik als Grundlagenforschung und angewandte Technik wird weiterentwickelt, wobei die entsprechenden Hochleistungsinstitute in den USA, in Großbritannien, Deutschland, der Schweiz, Israel und China liegen.




Processed food

© 2017 Rudolf Öller, Bregenz



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Helden der Wissenschaft:
Robert Andrews Millikan
(1868-1953)
hatte die scheinbar verrückte Idee, Öltröpfchen in einem elektrischen Feld schweben zu lassen und vermaß damit erstmals die elektrische Elementarladung.

Silvia liest

Rudolf Oeller:

"Theke, Antitheke, Syntheke"
(Thriller über eine tragikomische Stammtischrunde auf dem Weg in den Tod)
Verlag novum, Zürich. ISBN 978-3-99130-025-0

Buchrückentext: "Wir waren eine großartige Bande von Stammtischbrüdern an der deutsch-österreichischen Grenze, auch zwei Stammtischschwestern waren dabei. Wir trafen uns jeden Freitag – eine verschworene Truppe, fast schon ein Dream Team. Drink Team trifft es allerdings besser. Voll Hoffnung starteten wir ins Coronajahr 2020, am Ende wurde es eine teils fröhliche, teils depressive Reise in den kollektiven Tod.
Zunächst glaubten wir, es habe sich um Unfälle gehandelt, die wahren Hintergründe kamen erst an Weihnachten und auch nur zufällig ans Tageslicht. Wie es zu diesen Ereignissen kam? Das ist eine lange Geschichte, die ich am besten anhand meines Tagebuchs erzähle, beginnend mit dem ersten Stammtisch des verdammten Jahres, an dem wir alle trotz Ringen unter den Augen noch fröhlich feierten."

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