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20. September 2020

 

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GESCHICHTE DER BIOLOGIE: ARTEN UND RASSEN


Wörter wie "Rassismus" haben in letzter Zeit zu Erregungszuständen geführt, die noch vor zwei Generationen undenkbar gewesen wären. Das hatte zur Folge, dass in einem Roman von Mark Twain "Nigger" durch "Slave" ersetzt wurde, der "Negerkönig" bei Pippi Langstrumpf entsorgt werden musste und das Mohrenbier wegen eines alten Logos unter Dauerbeschuss steht.

Vertreter der Political Correctness behaupten, dass es Rassen gar nicht gibt. Das Argument ist voreilig. Wenn wir einen Begriff definieren, dann existiert er eben. "Rasse" ist zumindest besser definiert als der schwammige Begriff der "Klasse". In der englischen Sprache hören wir manchmal "human race", aber damit ist nicht die menschliche Rasse, sondern die menschliche Art gemeint. Eine Art ist aber keine Rasse. Bei Tieren und Pflanzen gibt es gezüchtete Rassen, die sich in mindestens einem Erbmerkmal gleichen, wie etwa die Erbsen des Gregor Mendel (1822 – 1884). Da Menschen kein Zuchtprodukt sind, kann der Rassenbegriff der Züchter auf Menschen schlecht angewendet werden. Das ist jedoch eine Definitionsfrage, nicht eine wissenschaftliche, wie manchmal behauptet wird.

Der Artbegriff

Wir kennen heute Millionen Tier-, Pflanzen- und Bakterienarten. In keiner Art gibt es zwei gleiche Individuen, daher sind Definitionen in der Biologie schwierig zu formulieren. Bis heute gelang keine zufriedenstellende Begriffsbestimmung der "Art". Eine Art ist beispielsweise eine Gruppe von Lebewesen mit einem gemeinsamen Genpool. In diesem Fall gehörten alle ungewollt unfruchtbaren Paare nicht zur menschlichen Art. Es wäre auch möglich, eine biologische Art über Chromosomenstrukturen zu definieren, aber dann gehörten Menschen mit überzähligen Chromosomen (Klinefelter, Down-Syndrom usw.) ebenfalls nicht zu unserer Art. Die Unterschiede und Ausnahmen in der Biologie erschweren leider exakte Begriffsbestimmungen.

Alte weiße Männer

Es geht Aktivisten darum, belastete Wörter wie Rassen zu tilgen. Tatsächlich haben einst der Wiener Stadtrat und Arzt Julius Tandler, die amerikanische Rockefeller Stiftung sowie die Nationalsozialisten und auch die Kommunisten Maßnahmen gegen "minderwertige Rassen" befürwortet. Heute besteht Konsens, dass erniedrigende Pauschalbewertungen von Menschengruppen abzulehnen sind. Das wird von gewissen Aktivisten ignoriert, die "alte weiße Männer", Polizisten und andere generell als "Nazis" und "Faschisten" beleidigen. Aus diesem Grund hat der Rassismus-Diskurs eine bösartige Dimension erreicht, in der ideologisch motivierte Beleidigungen zur Regel geworden sind.



© 2020 Rudolf Öller, Bregenz  [/2020/roe_2031]

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