Welt der Naturwissenschaften

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Heute ist der 18. Juli 2018
 Jahresübersicht 2018

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LEBENSRETTER


Jeder Arzt, jede Krankenschwester, jeder Rettungssanitäter, jeder Feuerwehrmann, sie alle kommen einmal in eine Situation, in der Menschenleben im unmittelbaren Wirkungsbereich in Gefahr sind. Hier sind Nervenstärke und Professionalität gefragt. Es gibt eine einfachere Möglichkeit, Leben zu retten; alle gesunden und fitten Menschen sind dazu in der Lage. Es ist das Blutspenden. Nur 3,4 Prozent der Bevölkerung haben mindestens einmal im Leben Blut gespendet, Dauerblutspender (eine oder mehr Blutspenden pro Jahr) sind nur ungefähr 2 Prozent. Es könnten weit mehr sein.  

Blutkonserven sind nur begrenzt haltbar. Produkte mit roten Blutkörperchen halten maximal 42 Tage, ein Konzentrat mit Blutplättchen ist nur bis zu fünf Tage verwendbar. Da pro Minute in österreich eine Blutkonserve benötigt wird, muss ständig für Nachschub gesorgt werden. Es ist erstaunlich, dass diese Versorgung von nur 2 Prozent der Bevölkerung garantiert wird.

Blutspenden ist gesundheitlich unbedenklich, die Konserven sind sicher. Bei der Untersuchung von Spenderblut werden moderne Analyseverfahren angewendet. Alle Blutkomponenten müssen bis zu 21 molekularbiologische Tests durchlaufen bevor eine Freigabe oder Sperre erfolgt. Viren und andere Krankheitserreger sind so reisefreudig wie ihre Träger. Aus diesem Grund beobachtet die Arbeitsgruppe "Emerging Infectious Deseases" der europäischen Blutallianz (EBA) laufend das Auftauchen und die Wanderungen von Krankheitserregern. Blutspendedienste sperren dann vorübergehend Spender aus kritischen Gebieten. Vorsitzender der internationalen Arbeitsgruppe ist zurzeit der österreichische Transfusionsmediziner Dr. Wolfgang Mayr.

Der Flüssigkeitsverlust, den eine Blutspende verursacht, lässt sich sofort ausgleichen. Generell gilt die Empfehlung, nach der Spende einen halben bis einen Liter Flüssigkeit (nichts Hochprozentiges!) zu trinken, für den Rest sorgt unser Körper. Blutkörperchen haben eine begrenzte Lebensdauer, es müssen daher ständig neue Blutzellen gebildet werden. Für Nachschub sorgen das Knochenmark und andere Gewebe, auf diese Weise entstehen mehrere Milliarden Blutkörperchen pro Tag. Rote (Erythrozyten) und weiße (Leukozyten) Blutkörperchen sowie Blutplättchen (Thrombozyten) werden nach einer Blutspende in kurzer Zeit ersetzt: weiße Körperchen und Blutplättchen in wenigen Tagen, rote Blutkörperchen in wenigen Wochen.

Vor jeder Blutspende werden Blutdruck, Körpertemperatur und Eisengehalt des Blutes gemessen. Ein Arzt und Sanitäter sind anwesend und sorgen für Gewissheit und Sicherheit. Das wäre ein grandioser Jahresvorsatz: Ich rette in diesem Jahr Leben, ich spende Blut.




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Karl Landsteiner


© 2018 Rudolf Öller, Bregenz


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