Welt der Naturwissenschaften

Eine Sammlung von Essays als schneller Zugang zu den Naturwissenschaften für Selbstdenker und andere Minderheiten.

22. April 2018

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ERDSTRAHLEN

"Radiästhesie" ist ein lateinisch-griechisches Fremdwort und bedeutet "Strahlenfühligkeit." Es handelt sich dabei angeblich um die Fähigkeit, bestimmte Strahlen, insbesondere "Erdstrahlen", mittels Pendel oder Wünschelrute wahrzunehmen. Die Vertreter der Radiästhesie beklagen immer wieder, dass sie von den anerkannten Wissenschaften gemieden werden. Dieser Missachtung liegt wohl darin begründet, dass Über die Natur der Erdstrahlen unterschiedlichste Angaben gemacht werden.

Die Suche im Internet ist aufschlussreich.

Bei www.erdstrahlen.com findet man eine ganz andere Deutung: "Die derzeit vorherrschende These fÜr das Entstehen von Erdstrahlen ist die, dass die ... schnellen Neutronen auf dem Weg aus der Erde in Wasseradern oder in bestimmten Bereichen ... abgebremst werden und nun als sog. thermische Neutronen auf Körperzellen treffen, mit der Folge, dass der Atomkern getroffen und zerstört wird". Erdstrahlen sind demnach Neutronenstrahlen, welche in unseren Körpern Atomkerne demolieren. Die Internetseite www.rutengaenger.de wird beklagt, dass "sich Erdstrahlen bis heute nicht naturwissenschaftlich nachweisen lassen". Das ist merkwürdig, denn eben noch war von Magnetfeldern und Neutronen die Rede.

Schließlich heißt es unter www.geobiologie.ch muss man schließlich an Erdstrahlen "glauben". Ein wissenschaftlicher Nachweis erübrigt sich daher.

Die aufgezeigten Beispiele zeigen ein heilloses Durcheinander auf diesem Gebiet. Bei Erdstrahlen handelt es sich einmal um starke Erdmagnetfelder, um Neutronenstrahlen und dann wieder um radioaktive Strahlen. Zu schlechter Letzt gelten die Begriffe aus den Naturwissenschaften sowieso nicht mehr. Solange sich die Radiästheten über die Art, die Wellenlänge oder die Energie ihrer Strahlen nicht einigen, kann mit einer Anerkennung von Seiten der Naturwissenschaften nicht gerechnet werden.

Anmerkung: Die oben genannten links und ihre beschriebenen Inhalte existierten im April 2001. Es ist wahrscheinlich, dass die angegebenen Adressen im Laufe der Zeit verschwunden sind oder ihre Inhalte wesentlich verändert wurden. Diese Änderungen liegen nicht im Einflussbereich des Autors.

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© 2001 Rudolf Öller, Bregenz