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27. April 2018   Jahresübersicht 2018

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HEPATITIS

Die Krankheit "Hepatitis", die in letzter Zeit in den Medien erwähnt wurde, wird oft unterschätzt. Es handelt sich um eine von Viren hervorgerufene Leberentzündung. Ursprünglich kannte man 2 Arten von Erregern, das Hepatitis-A-Virus (HAV) und das Hepatitis-B-Virus (HBV). 2 Viren, die man zunächst nicht zuordnen konnte, nennt man heute Hepatitis-C-Virus (HCV) und Hepatitis-E-Virus (HEV). Wahrscheinlich gibt es noch viel mehr von ihnen.

Auf eine Infektion reagieren Menschen unterschiedlich. Zunächst treten Krankheitsanzeichen wie bei der Grippe auf - Müdigkeit, Schmerzen und Fieber. In der Folge kann man auch rheumaähnliche Symptome, Appetitlosigkeit und Gelbsucht beobachten.

Hepatitis-B ist molekularbiologisch gut untersucht. Wenn sich das HB-Virus an eine Leberzelle anheftet, gelangt es durch Membranverschmelzung ins Innere. Sofort werden die Viren-Erbmasse mit Hilfe mitgebrachter Enzyme vervielfältigt und die codierten Anweisungen ausgeführt. Die Viren vermehren sich in den Leberzellen sehr stark, im Blutserum infizierter Patienten kann die Viruskonzentration auf über eine Milliarde pro Milliliter ansteigen, die Zahl der Virenhüllenmoleküle kann über 1000 Milliarden betragen. Die Vermehrungsgeschwindigkeit und einige Mechanismen erinnern an die HI-Viren, welche AIDS hervorrufen.

Viele Patienten überstehen die Infektion, die Leber arbeitet später wieder einwandfrei. Etwa zehn Prozent der Erkrankten werden das Virus aber nicht mehr los. Die chronische Hepatitis kann sehr schnell zur Zerstörung des Lebergewebes (Leberzirrhose) und in der Folge zum Tod führen. Bei chronisch infizierten Patienten findet man Viren im Blut, im Speichel, in der Samenflüssigkeit und in Geweben. Schwangere Frauen können das Virus vor oder während der Geburt an ihr Kind weitergeben. Diese Infektionswege erinnern an den AIDS-Erreger, und tatsächlich wird Hepatitis auf die gleiche Art übertragen wie HIV, in der Vergangenheit auch durch dürftig kontrollierte Blutkonserven. Unter Drogensüchtigen, die unsterile Spritzen benützen und anderen HIV-Risikogruppen findet man regelmäßig eine hohe Durchseuchung mit Hepatitis-Viren. Leberzirrhose und Leberkrebs sind in diesen Bevölkerungsschichten deutlich verbreitet.

Im Jahre 1970, als die Weltbevölkerung etwa 3,5 Milliarden betrug, errechnete man aufgrund einer genauen Untersuchung 175 Millionen infizierte Menschen - das sind immerhin 5 Prozent. In China, Südostasien, weiten Teilen Afrikas und einigen Eingeborenen-Populationen in Grönland fand man Infektionsraten von bis zu zwanzig Prozent. Infizierte haben ein hohes Risiko, an Leberkrebs zu erkranken. Man schätzt, daß weltweit jährlich mindestens eine halbe Million Menschen an Leberkrebs sterben, die meisten davon im Zusammenhang mit Hepatitis.

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Die Entdeckung von Aids
Die vergessene Epidemie
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© 1999 Rudolf Öller, Bregenz

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