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13. Juli 2020

 

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GESCHICHTE DER BIOLOGIE


Die Idee für die Sommerserie "Geschichte der Biologie" tauchte während der Corona-Quarantäne im letzten April auf, als ich mehrmals gefragt wurde, worin der Unterschied zwischen Viren und Bakterien liegt. Eine erste Antwort lautet: Bakterien sind die primitivsten bekannten Lebewesen, und die Viren sind tausendmal kleinere Protein- und Lipidkapseln, die in Wahrheit gar keine Lebewesen sind, aber lebende Zellen entern und in Virenfabriken umwandeln.

Die Biologie ist heute eine der großen Leitwissenschaften. Das deutschsprachige Standardwerk "Geschichte der Biologie" (Spektrum Verlag) hat über 1.000 Seiten, allein die Kapitel über die Geschichte der Evolutionstheorie, der Genetik und der Biologie des 20. Jahrhunderts erstrecken sich über das halbe Buch. Im Literaturverzeichnis finden sich die Kurzbiografien von rund 600 der bedeutendsten Biologen. Aus diesem Grund kann die folgende sommerliche Serie nur einen Überblick bieten. Biologisch interessierte Leser werden jetzt schon um Verständnis gebeten, dass viele Biologen aus Platzgründen übergangen werden müssen.

Nobelpreisträger

Biologie und Medizin waren immer schon siamesische Zwillinge, wobei die biologische Grundlagenforschung immer mehr an Bedeutung gewinnt. Besonders deutlich wird das, wenn man die Nobelpreisträger betrachtet, die immer öfter aus den Bereichen Genetik, Molekularbiologie und Immunbiologie kommen. Die Nobelpreise für Medizin und Physiologie des letzten Jahrzehnts wurden vergeben in den Bereichen Chromosomen und Telomere (2009), künstliche Befruchtung (2010), Immunbiologie (2011), Stammzellen (2012), Zellbiologie (2013), Zellbiologie von Gehirnzellen (2014), Infektionen und Malariatherapie (2015), Autophagie bei Zellen (2016), circadiadianische Rhythmen in Zellen (2017), Krebstherapie (2018) und Sauerstoffregulierung in Zellen (2019).

Respektlose Philosophen

Was wir heute Biologie nennen, begann wahrscheinlich schon vor Jahrtausenden, als Menschen Pflanzen anbauten, sich über Alkoholgärung wunderten, Tiere zerlegten und darüber nachdachten, was sie da an Innereien sahen. Die ersten wissenschaftlichen Biologen im heutigen Sinn waren die alten Griechen, genauer: eine respektlose Philosophenclique in Ionien. Sie gaben sich mit alten Erklärungen nicht mehr zufrieden und stellten alles in Frage, sogar die Welt der Götter und Dämonen.

Die kommende Sommerserie enthält die Kapitel Altertum (Griechen und Römer), Mittelalter, Anatomie, Physiologie, Mikroskopie, Nomenklatur, Geologie, Embryologie, Evolution, Enzyme und Mikroben.



© 2020 Rudolf Öller, Bregenz  [/2020/roe_2024]

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