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Geschichte der Genetik: MONOD


Der Franzose Jacques Monod (1910 - 1976) hatte das Glück, an der Universität in Paris hervorragende Lehrer zu haben, wie etwa den Mikrobiologen André Lwoff. 1931 wurde Monod Mitarbeiter des Pasteur-Instituts in Paris. Für seine Verdienste in der französischen Resistance während des 2. Weltkrieges wurde Monod mit dem "Croix de Guerre" ausgezeichnet. Monod, sein Lehrer Lwoff und sein kongenialer Kollege François Jacob erhielten 1965 gemeinsam den Medizinnobelpreis. Danach wurde Monod Direktor des Pasteur-Instituts und Professor für Molekulare Biologie am Collège de France.

François Jacob und Jacques Monod haben erstmals ein schwieriges Problem gelöst. In unseren Körperzellen befinden sich jeweils sämtliche Gene, aber in der Bauchspeicheldrüse sollen die Gene zur Insulinproduktion aktiviert werden, in den Nervenzellen diejenigen für Neurotransmitter und in der Leber eine ganze Menge Stoffwechselgene, aber auch die müssen im richtigen Augenblick an- und abgeschaltet werden. Unser Körper ist ein außergewöhnlich kompliziertes Gebilde, in dem zu jeder Sekunde die Produktion tausender Enzyme an- oder abgeschaltet werden muss. Manchmal funktioniert diese Fabrik nicht, dann kommt es zu einer Krankheit.

Die vollständige Beschreibung des "Jacob-Monod-Modells" der Genregulation ist hier nicht möglich, da allein die Aufzählung der Fachausdrücke wie Aporepressor, Substrat, Holorepressor und andere den Rahmen sprengen würde. Die Entdeckungen von Jacob und Monod werden weltweit laufend fortgeführt, denn in einer defekten Genregulation liegen die Ursachen vieler Erkrankungen. Stockt beispielsweise die Insulinproduktion, dann haben wir es mit Diabetes zu tun. Werden die falschen Gene eingeschaltet, kann es zu Krebs kommen. Die Mediziner hoffen daher zu Recht auf die Weiterentwicklung der Genetik und Gentechnik. Die USA, Großbritannien, Deutschland und Israel sind hier führend, die Fernostländer holen auf.

Einem größeren Leserkreis wurde Jacques Monod durch sein Buch "Zufall und Notwendigkeit" aus dem Jahr 1970 bekannt. Es handelt sich um eine Studie über das Menschenbild in der modernen Welt. Das Buch löste sowohl Zustimmung als auch Ablehnung aus, denn es war ein Frontalangriff auf Religionen und Ideologien. Monod behauptete, dass der Mensch als Endprodukt der Evolution seine Existenz einer Folge von zufälligen Mutations- und lenkenden Selektionsprozessen zu verdanken hat. Monod löste mit seinen Ansichten ein tiefes Unbehagen unter den Intellektuellen aus, als er die Menschen aus der Nestwärme vertrauter Ideologien und Religionen verjagte und "in eine eisige, verlorene Welt" verwies, wie es in deutschen Feuilletons hieß.




© 2017 Rudolf Öller, Bregenz


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