Welt der Naturwissenschaften

Eine Sammlung von Essays als schneller Zugang zu den Naturwissenschaften für Selbstdenker und andere Minderheiten.

Heute ist der 15. Dezember 2018

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DIGITALISIERUNG: BILL GATES


Computer waren in den Sechzigerjahren einschüchternde Kästen mit laut summenden Laufwerken. Große Firmen wie IBM waren die Herren dieser Rechensaurier. Elektronikstudenten in aller Welt träumten damals von kleinen und billigen Geräten, die auf einen Schreibtisch passten, aber es gab sie nicht.

1975 erschien in der Zeitschrift "Popular Electronics" ein Artikel über einen Tischcomputer namens "Altair 8800". Das Gerät wurde von Micro Instrumentation and Telemetry Systems (MITS) entwickelt, hatte bereits einen Intel-Prozessor und einen Arbeitsspeicher mit 256 Byte. Heutige PCs sind mindestens tausendmal schneller, deren Arbeitsspeicher sind fünfzig bis hundert Millionen mal umfangreicher.

Zur gleichen Zeit wurde in Kalifornien in Menlo Park der "Homebrew Computerclub" gegründet, wo die Möglichkeiten des Altair 8800 getestet wurden. Das Gerät war zwar revolutionär, hatte aber keine Software. Nachdem die Harvardstudenten William "Bill" Gates und Paul Allen vom Altair erfahren hatten, schmissen sie das Studium und gründeten die Firma Microsoft. Bill Gates besaß etwas, das andere vermissten. Er hatte ein Programm entwickelt, das wir heute einen "Basic-Interpreter" nennen. Dieses Programm passte Gates an den Altair an und brachte ihm gewissermaßen das Denken bei. Diese Erfindung machte Microsoft über Nacht bei Insidern bekannt.

Als das Entwicklungs- und Verkaufsgenie Steve Jobs mit Apple II den ersten Homecomputer produzierte, sprang auch der Weltkonzern IBM auf den Zug auf und kündigte einen eigenen PC an. IBM baute gute Maschinen, aber sie hatten keine Experten für PC-Software. Sie fragten also Bill Gates, ob er ein Betriebssystem liefern könne. Gates hatte keines, aber er versprach, eines bereitstellen zu können. Gates ging zur Firma "Seattle Computer Products", wo der Programmierer Tim Paterson das Programm "QDOS" (Quick and Dirty Operating System) entwickelt hatte. Gates erwähnte IBM mit keinem Wort, kaufte um 50.000 Dollar alle Rechte an QDOS, arbeitete es in "MS-DOS" um und verkaufte das Ganze an IBM. Gates erwarb gleichzeitig das Recht, MS-DOS auch an andere Firmen verkaufen zu dürfen.

Als IBM im April 1981 mit seinem Personal Computer auf den Markt kam, erschütterte das die Computerwelt in ihren Grundfesten. Gates machte seine Softwarefirma Microsoft zu einem Weltkonzern und gleichzeitig zum großen Rivalen der Silicon Valley-Firma "Apple". Auch bei Apple arbeiteten Programmierer an der Weiterentwicklung einer Idee, die sie von der Firma Xerox gekauft hatten: Eine grafische Benützeroberfläche, die heute Standard ist.




© 2018 Rudolf Öller, Bregenz


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