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Rudolf Oeller:

Typhon District (Thriller, Sommer 2024)

Orte der Handlung in Bildern.

Vicky ist Tierärztin in einem Zoo. Sie wundert sich, dass ihre Schimpansendamen keine Babies bekommen und beauftragt den befreundeten Genetiker Ben, sich der Sache anzunehmen. Dieser ist skeptisch und meint, das sei wohl ihre Sache als Tierärztin. Trotzdem untersucht er die vier Schimpansenmädchen und entdeckt dabei eine spezielle Chromosomenmutation, was zunächst für Staunen am Institut sorgt.

In der Folge wittert Bens Chef, Professor Hiller, eine wissenschaftliche Sensation und ordnet die gesamte Arbeit seines genetischen Instituts der genauen Untersuchung dieses Phänomens unter. Was zu Beginn wie Grundlagenforschung erscheint, wird allmählich zu einem monströsen Projekt. Als plötzlich eine Unmenge an Geld zur Verfügung steht und alle Mitglieder der Arbeitsgruppe zu einem Vertrag mit Schweigepflicht gedrängt werden, entsteht Unruhe. Ben und seine Freunde, eine bunt zusammengewürfelte Arbeitsgruppe aus Deutschen, Österreichern, einem Schweizer, einem Finnen und einem Litauer, erfahren nach und nach, dass es um menschlich-tierische Zellhybride geht. Die Gruppe nennt sich AK-46. Die Zahl bezieht sich auf den menschlichen Chromosomensatz.

Die Menschen-Affen-Zellhybride, die dank der Kunst der hervorragenden Genetiker aus verschiedenen Stammzellen hergestellt werden, sterben nicht nach dem Achtzellstadium ab, sondern entwickeln sich zu echten Hybridwesen. Das gesamte Projekt wird "Typhon District" genannt. Typhon ist ein Hybridmonster aus der griechischen Mythologie, District ist dem "Manhattan District" entnommen, der Code für das erste Atombombenprojekt der Geschichte.

Die Gruppe ist so sehr in ihre Arbeit vertieft, dass erst nach und nach Skrupel auftauchen, wobei der Druck auf die Mitglieder so ansteigt, dass es zu psychischen Problemen kommt. Der Chef der Gruppe erkennt die Situation und gestattet allen einen gemeinsamen Urlaub in Gran Canaria. Dort kommt es zu einem Streit, der eine fatale Entwicklung in Gang setzt. Das erste Hybridwesen namens "Typhon" wird von einer Leihmutter geboren und sofort in ein Institut in Saigon, später nach Phnom Penh gebracht.

Von den vierzig angeworbenen Leihmüttern möchte eine ihr Kind unbedingt noch einmal sehen, reist nach Saigon und sucht dort ihr Kind. Ben reist der Leihmutter nach und erkennt nach und nach die wahren Dimensionen von Typhon District. Den Mitgliedern der Gruppe AK-46, wird bewusst, dass sie für ein verbrecherischen Projekt missbraucht wurden.

Ich saß also bei Vicky in ihrem Büro, rührte in der Kaffeetasse und knabberte ein paar Kekse. Ich bin Keksfetischist, was verhindert, dass ich trotz phasenweiser Hungerkuren und gelegentlich dezenter Turnübungen am Morgen kein Gewicht verliere.
(Seite 18)

"Ja, das weiß ich, Ben, aber ich verlange ja nicht das volle Programm. Es genügte mir schon, wenn ihr am Institut den Karyotyp checkt. Die Chromosomen, du weißt schon. Das könnte bereits einen Hinweis liefern. Leider gibt es die Eltern der vier Mädels nicht mehr. Die Kleinen wurden im Kongo halb verhungert von Park-Rangern aufgefunden, nachdem Wilderer ihren Clan gefangen oder umgebracht hatten."
(Seite 20)

Helena "Lenina" Gwynn stammte aus der schönen Tudorstadt Shrewsbury in England. Leninas Vater ist Engländer, ihre Mutter ist eine Irin und stammt aus Dublin. Von ihr hat Lenina ihre wundervollen roten Haare geerbt.
(Seite 25)

Ich hatte mich nach der klammheimlichen Beobachtung der Umstehenden rasch wieder im Griff und sagte schneller und lauter als sonst: "Es beweist jedenfalls, dass das, was die Natur einmal verbrochen hat, auch ein zweites Mal geschehen kann. Wir werden eben Zeuge einer Menschwerdung 2.0!"
(Seite 41)

Zwei Tage nach Bettinas Vortrag, es war um die Mittagszeit, betraten Bettina und ich Hillers Büro. Zu unserer Überraschung war auch James Higgins, den alle nur "Jack" nannten, gekommen. Jack stammte aus Boston und war ein etwas undurchsichtiger Zeitgenosse.
(Seite 43)

Inzwischen waren zwei weitere Doktoranden erschienen, die zuhörten."Von allen Tieren, denen der Mensch jemals Böses nachgesagt hat, ist der Wolf derjenige, dem am meisten Unrecht geschehen ist", sagte einer.
(Seite 170)

Das Labor im Keller war rund um die Uhr besetzt. Es gab Nachtschichten, die vor allem mit wissenschaftlichen Hilfskräften und Studenten besetzt waren. Sie hatten Fließbandarbeiten zu erledigen. Birgit saß manchmal bis zwei Uhr morgens dort unten und zeigte den Studenten, wie man Chromosomenpräparate anfertigte. Mo unterwies einen Doktoranden in der Aufbereitung der Daten für die Digitalisierung. Auch Jack war jetzt öfter zu sehen.
(Seite 168)

"Ihr erzeugt mit der Maschine in Genf kleine Schwarze Löcher und andere Minimonster", sagte Bettina, "zumindest wurde das immer wieder behauptet oder vermutet. Ist das wirklich so?" Leo wusste auch darauf eine Antwort:"Wir wären ja Idioten, wenn wir uns da eine Weltuntergangsmaschine bastelten", sagte er lächelnd, "aber es stimmt leider. Das größte Problem für uns Wissenschaftler ist fast immer die Öffentlichkeit."
(Seite 173)

Leo, der ebenfalls einen White Russian geordert hatte, holte zum finalen Schlag aus: "Der Grund zum Bau von Teilchenbeschleunigern ist leicht erklärbar. Je mehr man über den Aufbau der Materie wissen will, desto tiefer muss man in sie eindringen, und desto mehr Energie benötigt man. Je kleiner die Teilchen, desto stärker die Kräfte, die zwischen ihnen herrschen, das sagte ich bereits ..."
(Seite 174)

Nachdem wir Londons Sehenswürdigkeiten ausgiebig begutachtet hatten, bestand Lenina darauf, auch Darwins Haus in Downe zu besuchen. Der Landsitz ist heute ein Museum. Der kleine Ort Downe, der eine Autostunde südlich von London liegt, hieß früher einmal Down. Darwin hat seinen Landsitz "Down House" danach benannt. Lenina erzählte voll Begeisterung von Darwins schönem Haus, seinem Garten mit Gewächshaus und dem "Thinking Path", den Darwin selbst anlegen und bepflanzen ließ.
(Seite 177)

Danach schrieb Darwin in seinem Arbeitszimmer seine Gedanken auf. Als ich mit Lenina den Weg abschritt, bekam ich eine Gänsehaut. Hier entstanden also die Gedanken für revolutionäre Bücher wie "On the Origin of Species".
(Seite 178)

Es ist eine Fahrt mit restaurierten Oldtimern durch eine Landschaft, die man ohne Übertreibung als paradiesisch bezeichnen kann. Teilnahmeberechtigt sind alle wertvollen und bedeutenden Automobile, deren Baudatum vor dem Jahr 1972 liegt und die eine Straßenzulassung besitzen.
(Seite 220)

In den letzten Jahren hat sich im Fahrerfeld der Ennstal-Classic eine Art Elite an Stoppuhr-Profis gebildet, die es versteht, historische Fahrzeuge auf Millimeter und Hundertstelsekunden genau zu manövrieren. Ich war mit Lenina nicht schlecht unterwegs, aber mit den besten Fahrern konnte ich nicht mithalten, da ich den Wagen unseres Chefs zwar gut beherrschte, aber eben nicht wie ein Vollprofi.
(Seite 221)

Steyr liegt in Oberösterreich und ist für mich die schönste Kleinstadt der Welt.
(Seite 222)

... als wir am Tag nach unserer Ankunft beim Taborrestaurant einen Stadtrundgang begannen. Das ist ein ehemaliger Wachturm, von dem man einen prächtigen Blick auf den Zusammenfluss von Enns und Steyr, auf die Voralpen und den Steyrer Stadtplatz werfen kann. Obwohl der längliche Stadtplatz ein seltsames Konglomerat verschiedener Baustile enthält, wirkt er ungewöhnlich harmonisch.
(Seite 227)

Ich deutete in Richtung Südwesten und zeigte auf die Wallfahrtskirche Christkindl am Eingang zum Steyrtal, wo sich die meiner Meinung nach schönste Weihnachtskrippe der Welt befindet.
(Seite 227)

Das Denkmal wurde für den Waffenproduzenten Josef Werndl errichtet, der maßgeblich zum Wohlstand der Stadt beigetragen hat. Rund um die Zentralfigur des Industriellen Josef Werndl sind vier überlebensgroße Bronzefiguren gruppiert. Auf dem Sockel aus Granit mit den Figuren der vier Arbeiter steht "Arbeit ehrt". Der zentrale hohe Sockel trägt die Aufschrift "Josef Werndl".
(Seite 230)

Das kleine Theater fasst nur wenige Zuseher und zählt zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Ich hatte als Volksschüler mehrere Aufführungen gesehen und nie vergessen. Nun stand ich im Weihnachtsparadies meiner Kindheit und frühen Jugendjahre und erklärte Lenina begeistert die Details. Sie wusste nicht, gestand sie mir später, was sie mehr erstaunt hatte. Waren es die entzückende Bühne, die das alte Steyr darstellte mit den vielen zauberhaften Figuren oder waren es meine glänzenden Augen.
(Seite 232)

Dort gingen wir spontan ins „Cafe Werndl“. Der Blick zum Steyrfluss und die Vorstadtpfarre St. Michael ist an Romantik kaum zu überbieten. Wir saßen eine Zeitlang schweigend da und blickten durch die Fenster zum Fluss hinunter. Ich verdrückte genüsslich einen Schinken-Käse-Toast. "Manchmal werde ich aus dir nicht klug“, sagte Lenina, „bei dir beobachte ich so etwas wie einen Dr. Jekyll- und Mr. Hyde-Effekt. Einerseits bist du ein Romantiker, wie man ihn selten findet, andererseits produzierst du mittels modernster gentechnischer Methoden maßgeschneiderte Stammzellen und trägst dadurch zur Erzeugung von Mensch-Tier-Mischwesen bei.
(Seite 234)

Roman, Otto und Joe, der seine Frau Anna mitgenommen hatte, bewohnten Appartements in "Nogalera", wo auch Lenina und ich Quartier bezogen. Dieses Haus in der Calle la Luna ist gut ausgestattet und bietet einen Traumblick auf den schönen Sandstrand von Playa del Ingles.
(Seite 239)

Mo und Lars bekamen ein Appartement im "Don Pedro" in der Avenida de Estados Unidos. Im allerletzten Augenblick wurde dort ein weiteres Appartement frei, so konnte auch Janne seine Frau Astrid mitnehmen.
(Seite 239)

Unsere Appartements waren auf Selbstversorgung ausgelegt, daher mussten wir in den nahe gelegenen Einkaufszentren Sandia und Cita Nahrungsmittel und Getränke bunkern.
(Seite 240)

Lenina kaufte alles ein, was man für ein echtes englisches Frühstück benötigte. Selbstverständlich durfte auch ein guter Single Malt Whisky nicht fehlen. Ich beschaffte Rioja-Wein und Pils, Roman bevorzugte Cognac, Otto kaufte zwei Flaschen Korn, Joe versorgte sich und seine Frau mit Toastbrot, Schinken, Streichkäse und Knabberzeugs für den TV-Abend.
(Seite 240)

Mo und Lars füllten ihren Kühlschrank mit einem wilden Mix von Fast Food, Gin, Fernet Branca und "Ron Miel Arehucas Guanche". Letzteres Gesöff ist ein Honiglikör, den man entweder liebt oder hasst. Dazwischen gibt es nichts. Janne kaufte finnischen Wodka und seine Frau Astrid ein Sixpack bayrisches Bier.
(Seite 240)

Am ersten gemeinsamen Abend in Playa del Ingles und am folgenden Tag sahen wir von Roman, Mo, Janne und Lars nichts. Gleich nach unserer Ankunft und nach dem Bunkern von "Nahrungsmitteln", wie sie die Inhalte ihrer eben erst erstandenen Flaschen nannten, stiegen sie in ein Taxi und fuhren zum Faro de Maspalomas. Dort entledigten sie sich ihrer Schuhe, krempelten die Hosen hinauf, gingen einige hundert Meter in die Dünen, ließen sich auf ihren mitgebrachten Badetüchern nieder und vertilgten andächtig die Inhalte ihrer Flaschen. Das dauerte bis zum Morgengrauen.
(Seite 241)

Lenina und ich marschierten an manchen Vormittagen den herrlichen Strand von Playa del Ingles entlang. Das waren immerhin einige Kilometer. Manchmal hängten sich Vicky und Bettina bei uns an. Einmal waren sogar Anna und Astrid dabei, als der männliche Rest der Bande Probleme mit der Kondition hatte.
(Seite 241)

Ich kannte das Luigi-Lokal von einem früheren Urlaub. Der Preis stimmte, ebenso die Qualität. Ich mag den Luigi deshalb, weil es dort die meiner Meinung nach beste Fischsuppe von Playa del Ingles, möglicherweise von ganz Gran Canaria, gibt.
(Site 242)

Wir fuhren mit dem Bus nach Puerto Mogan. Das ist ein malerisches Fischernest an der Westküste von Gran Canaria. Es kam, wie es kommen musste. Wir Männer plumpsten gleich nach der Ankunft in ein Lokal, ich glaube es hieß "La Linterna" oder so ähnlich und tranken feierlich die ersten Biere.
(Seite 243)

Zu Mittag pilgerten wir alle zum Restaurant Cofradía de Pescadores, das direkt am Hafen liegt.
(Seite 244)

Alle bestellten irgendeinen Fisch, nur ich genehmigte mir Tintenfischringe, die Mo respektlos Gummiringe nannte. Es war heiß, und das gut gekühlte Bier schmeckte besonders gut.
(Seite 244)

Da waren an die zwei Dutzend Rechnungen der Fluglinien Emirates, Etihad und China Airlines dabei. Doha, Dubai, Peking, Shanghai und ein paarmal Saigon. Drei Flüge gingen nach Siem Reap, eine mittlere Stadt in Kambodscha. Was zum Henker wollen die in Siem Reap?
(Seite 248)

"Das bestreitet von uns niemand", sagte Bettina, "vor allem glaube ich den Kerlen kein Wort, die nie in Afrika waren." Vicky fuhr fort: "Meine Kritiker sind großteils Theoretiker, die nur in Zoos rumhängen. Beobachten können nur die wenigsten von ihnen."
(Seite 250)

Ich bestellte also einen zweiten Cappuccino und murmelte etwas von "Sauerei" und "Fuck the chief". Die drei Mädels schwiegen. Vicky sah so traurig aus, dass Bettina beschloss, sie etwas aufzuheitern. Sie stimmte das wunderschöne Lied "La vie en rose" an, kam aber nicht weit.
(Seite 259)

Die Straße hatte viele enge Serpentinen und führte an gefühlt senkrechten Abhängen entlang. Bettina war wegen ihrer Gefühle für die traurige Vicky so aufgekratzt, dass sie ganz vergaß, sich vor den Schluchten und Steilstücken zu ängstigen.
(Seite 261)

Am Abend kamen alle am Pool an. Auch die Leute vom benachbarten Don Pedro waren gekommen. Lars stand weiter hinten unter einer Palme und telefonierte. Als er mich mit meinen Begleiterinnen kommen sah, steckte er sein Telefon ein und kam zum Pool. Er gab den Coolen, aber ich bemerkte seine Nervosität.
(Seite 262)

Um elf Uhr abends gingen zuerst Vicky und Bettina, ein paar Minuten später folgten Lenina und ich. Als ich in unser Appartement im ersten Obergeschoß ging, sah ich gerade noch, wie Lars in Sichtweite auf der Calle la Luna unter einer Palme stand und zu uns herüberstarrte. Ich ging sofort auf den Balkon auf der anderen Seite des Hauses und sah Vicky und Bettina auf dem benachbarten Balkon sitzen und plaudern. "Geht bloß nicht raus", raunte ich hinüber,"Lars steht draußen auf der Straße und beobachtet uns."
(Seite 263)

Otto bettelte so lange um das Master-Passwort für meine RAID-Station im Bunker, bis ich nachgab. "Ihr seid ohnehin nur ein paar Tage weg", schrieb Otto. Das Passwort hinterließ ich in einem Kuvert bei der Sekretärin. Am Tag des Abflugs verschlüsselte Otto meinen Computer samt Speichermedien so systematisch, dass niemand auf der Welt, nicht einmal die CIA oder irgendein anderer Geheimdienst, meine Daten ohne Hilfe entschlüsseln hätte können.
(Seite 285)

"Fahren Sie zum Binh Tay Markt im chinsischen Viertel, gehen Sie schnell quer durch den Markt, besteigen Sie erneut ein Taxi und kommen Sie zum Präsidentenpalast."
(Seite 289)

Der Panzer mit der Nummer 390 ist ein T-59-Modell, der Panzer mit der Nummer 843 ist ein T-54. Wir waren beeindruckt, obwohl beide Panzer auf uns antiquiert wirkten.
(Seite 293)

Wir betraten den Präsidentenpalast und sahen viele Schulklassen, die hier offenbar über den glorreichen Sieg der Nordvietnamesen über Südvietnam und die US-Army informiert wurden. Mo zeigte auf die Uhr und dann nach oben. Es war fast 14 Uhr, und wir wollten pünktlich sein.
(Seite 293)

Der Saal war umgeben von einer an mehreren Stellen zugänglichen Veranda, die einen Blick auf den UH-1-Helikopter mit der Nummer 445 bot. "Wir sind hier", sagte Mo, "jetzt fehlt nur noch unser Huey-Freund."
(Seite 293)

"Wir könnten hierbleiben, denn es ist Ihnen niemand gefolgt, das haben wir festgestellt. Es wäre aber besser, wir gehen in den Bunker im Keller. Dort befand sich ein Teil der Kommandozentrale der Amerikaner während des Vietnamkrieges. Der Bunker ist abhörsicher. Wir können problemlos hinein. Ich habe eine Lizenz als Fremdenführer."
(Seite 295)

Im Bunker unter dem Präsidentenpalast setzten wir uns in einem kleinen Raum auf alte Stühle. Auf einem Tisch waren alte militärische Funk- und andere Geräte turmartig aufgeschichtet. Dang schloss hinter uns ab und erklärte uns, dass dies einer von mehreren Funkräumen während des Vietnamkriegs war.
(Seite 295)

"Es wird jetzt unangenehm, aber ich denke, Sie können das ertragen. Wir machen jetzt gemeinsam eine Fahrt zum Mekong." Wir gingen schweigend einen endlos langen unterirdischen Gang entlang, kletterten am Ende eine schmale Leiter hoch, ...
(Seite 300)

"Marija wollte zu viel wissen, also haben die Kerle, um die es geht, die arme Frau auf der Straße abgefangen, in einen Kleinbus gezerrt und getötet. Hier wurde sie verscharrt."
(Seite 301)

"Warum fahren wir zur Tempelanlage Angkor Wat? Warum besuchen wir nicht die Außenstelle 21?", fragte ich."Wir haben Zeit, Mister Schmitt. Wir fahren jetzt am zentralen Tempel von Angkor Wat vorbei in Richtung Prasat Kravan und Prasat Pat Chum."
(Seite 323)

"Sie sehen hier, dass es Spenden aus aller Welt zum Wiederaufbau einiger Tempelanlagen gibt. Auch Professor Hiller hat im Namen der Arbeitsgruppe AK-46 die Patenschaft über einen kleinen Tempel übernommen. Er soll im Laufe der nächsten Jahre wieder aufgebaut werden. Ihre Namen, meine Herren, werden auch eines Tages hier aufscheinen. Ich werde Ihnen die Stelle in wenigen Minuten zeigen."
(Seite 323)

Nach der Tempelanlage Prasat Kamnap bog unsere Kolonne in einen Dschungelpfad ein. Der Weg war schmal und holprig. Wir kamen nur langsam voran.
(Seite 323)

Es war immer noch totenstill, als drei Männer langsam in Tarnanzügen aus dem Dschungel kamen. Jeder von ihnen hielt ein Scharfschützengewehr der Marke Steyr SSG M1 im Anschlag und blickten angespannt umher. Colonel Dang Ngo erkannte ich sofort, die anderen hatte ich noch nie gesehen. Sie waren beide jung, maximal dreißig.


(Seite 327)

Ich wandte mich an Luó: "Es spielt zwar keine Rolle, aber ich möchte es doch wissen. Warum heißt die Dragon-Außenstelle Abteilung 21? So viele Abteilungen haben Sie doch gar nicht."
(Seite 330)

"Das ist meine Art von Humor", entgegnete Luó, "Die Zahl 21 bezieht sich auf Santebal-21, das Konzentrationslager der Roten Khmer in Phnom Penh. Dort wurden während der Terrorherrschaft der Pol-Pot-Banden in den späten Siebzigerjahren Zigtausende Menschen gefoltert und ermordet."
(Seite 330)

"Ihr benützt die Fähre zur Insel und holt euch dort ein weiteres Taxi. Ihr lasst euch zum Hotel Emerald Cove Koh Chang bringen. Ich habe das Hotel in diesem Prospekt markiert."
(Seite 332)

Erst nach einer Stunde bestaunte ich die schöne Landschaft und den Strand. Mo und ich hatten Hunger und bestellten uns im Hotelrestaurant einen Fisch mit allem Drum und Dran. Die letzte Nacht in Phnom Penh war kurz und unruhig gewesen, daher fielen Mo und ich am Abend in einen langen traumlosen Schlaf, obwohl uns das grausame Ende unseres Freundes nicht mehr aus dem Kopf ging.
(Seite 334)

Dort wartete ein Boot der thailändischen Küstenwache. Pham ging mit uns an Bord. Das Boot legte ab und Pham erklärte uns die weitere Vorgehensweise:"Wir fahren nun in Richtung Norden nach Trat. Dort befindet sich ein regionaler Flughafen. Ich werde mich verabschieden, und Sie besteigen eine Privatmaschine, die Sie in Richtung Süden nach Singapur bringen wird."
(Seite 334)

"In Singapur steigen Sie um in eine C-17 Globemaster der US-Air Force. Es ist uns im letzten Augenblick gelungen, für Sie einen Platz in der Transportmaschine zu bekommen. Es handelt sich um einen Routineflug, daher ist die Sache sicher. Die Maschine fliegt zur Andersen Air Force Base auf der Insel Guam im Pazifik."
(Seite 334)

Typhon District (der dazugehörige Artikel)

Rudolf Oeller 2024


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