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DIE GENDERTRAGÖDIE


Univ. Prof. Dr. Ulrich Kutschera zählt zu den großen Kritikern von Pseudowissenschaften und postmodernen Ideologien. Vor einigen Jahren begann Kutschera sich auch mit dem Genderthema auseinanderzusetzen. Anlass war ein "Entwurf zum Bildungsplan 2015" der Stuttgarter Landesregierung, der heftige Proteste hervorgerufen hat. Vertreter der Gender-Ideologie wollten vorschreiben, dass alle vierzehnjährigen Schüler im Biologieunterricht gefragt werden, ob sie wirklich "heterosexuell seien oder sein wollen". Es sollte außerdem unterrichtet werden, dass "Heteronormalität" in Wahrheit nichts anderes als eine konservativ reaktionäre Weltanschauung sei.

"Sex" und "Gender" waren Schlüsselbegriffe der Biologie, als noch nicht vollständig geklärt war, wie Fortpflanzung funktioniert. Weibliche Eizellen wurden 1827 und Chromosomen sogar erst am Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt. Die Struktur der Gene wurde 1953 entschlüsselt. Der ursprünglich biologische Begriff "Gender" verschwand, wurde aber von Vertretern des "Gender Mainstreaming" neu entdeckt und umgedeutet.

Zu den dunkelsten Schamanen der Gender-Religion zählt der Psychologe John Money (1921 – 2006). 1965 kamen in Kanada die eineiigen Reimer-Zwillinge zur Welt. Bei Bruce Reimer wurde Fimose (Vorhautverengung) diagnostiziert. Bei der Behandlung wurde der Penis des acht Monate alten Kleinkindes schwer verletzt. Die verzagten Eltern wandten sich an Prof. Money, der zu einer Geschlechtsumwandlung riet, da seiner Meinung nach Kinder ohnehin geschlechtsneutral zur Welt kämen. Das spätere Geschlecht werde durch die Gesellschaft konstruiert. Die Eltern folgten dem Rat, aus Bruce Reimer wurde Brenda Reimer. Der kastrierte Bub wurde als Mädchen erzogen, der unverletzte Bruder fungierte als wissenschaftliche Kontrollperson. Das verhängnisvolle Experiment wurde als Studie unter dem Titel "Rearing of a Sex-Reassigned Normal Male Infant After Traumatic Loss of the Penis" veröffentlicht.

Die Eltern berichteten Money jahrelang das, was er hören wollte, doch die Realität sah anders aus. Das "Mädchen" war verzweifelt. Als "Brenda" später erfuhr, dass er biologisch ein Mann ist, ließ er sich wieder umoperieren, nannte sich David und veröffentlichte seine Geschichte 1997 in der Zeitschrift "Rolling Stone", wobei John Money als Scharlatan bloßgestellt wurde. Einige Jahre später nahmen sich beide Zwillingsbrüder das Leben.    

Prof. Kutschera belässt es in seinem neuen Sachbuch nicht bei diesem tragischen Menschenversuch, er beschreibt die ärgsten Fehler des Genderismus. Ulrich Kutschera: "Das Gender-Paradoxon"; Lit Verlag Berlin 2016; 445 Seiten.




© 2017 Rudolf Öller, Bregenz