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ZEPPELIN


Ferdinand Graf von Zeppelin wurde am 8. Juli 1838 in Konstanz geboren. Er besuchte die polytechnische Schule in Stuttgart und studierte in Tübingen Staatswissenschaften, Maschinenbau und Chemie. Während des österreichisch-italienischen Krieges 1859 musste Zeppelin sein Studium abbrechen, weil er zu einem Ingenieurkorps einberufen wurde.

Der junge Abenteurer kämpfte nicht nur in Europa, sondern auch im amerikanischen Bürgerkrieg gegen die konföderierten Südstaaten. In Nordamerika unternahm er auch seinen ersten Ballonflug. Das war ein Wendepunkt in seinem Leben. 1964 kehrte Zeppelin nach Deutschland zurück und diente weiter als Offizier. 1870/71 nahm er am deutsch-französischen Krieg teil. Sein besonderes Interesse weckten Ballons, die von den Franzosen zu Aufklärungszwecken eingesetzt worden waren.

Am 25. April 1974 trug Zeppelin erstmals die Idee eines "starren Luftschiffes" in sein Tagebuch ein. Im schwebte eine Art lenkbarer Ballon mit Aluminiumskelett vor. Nach seiner militärischen Karriere - er war sogar zu einem Regimentskommandeur ernannt worden – verließ er das Militär und widmete sich intensiv der Konstruktion von Luftschiffen. Der von jeder Form moderner (Militär-)Technik begeisterte Kaiser Wilhelm II begann sich für Zeppelins Ideen zu interessieren, doch seine Sachverständigenkommission erklärte das Luftschiffprojekt für undurchführbar. Trotzdem gab Zeppelin nicht auf und erwarb ein Patent für seine Idee.

1896 beurteilte eine Kommission deutscher Ingenieure das Luftschiffprojekt für durchführbar. 1898 gründete Zeppelin die "Aktiengesellschaft zur Förderung der Luftschifffahrt". Einen Teil des Stammkapitals steuerte Zeppelin aus seinem Privatvermögen bei. Am 2. Juli 1900 startete das erste lenkbare Luftschiff "LZ1" am Bodensee. Obwohl sich dieses Modell bewährte, war das Interesse an einer Weiterfinanzierung gering. Der Bau eines zweiten Luftschiffs konnte nur durch eine Lotterie ermöglicht werden.

Es kam zum Bau von weiteren Luftschiffen. Bis 1914 transportierte die Luftschifffahrt-AG (Delag) auf 1.588 Fahrten unfallfrei über 34.000 Personen. Im ersten Weltkrieg waren die deutschen Zeppeline mit ihren Wasserstofftanks den schnelleren Jagdflugzeugen hoffnungslos unterlegen. Sie wurden reihenweise vom Himmel geholt.

Während des Nationalsozialismus kam es zu einer zweiten Blüte der Luftschiffe. Dieser Aufschwung endete am 6. Mai 1937 nach dem Brand von LZ 129 "Hindenburg". Ferdinand Adolf Heinrich August Graf von Zeppelin, der große Visionär und Pionier der Luftfahrt, starb vor 100 Jahren, am 8. März 1917. Seine Luftschiffe sind Geschichte, sein Unternehmergeist bleibt Vorbild.




© 2017 Rudolf Öller, Bregenz