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tracert


Jeder Personal-Computer hat ein so genanntes Eingabefenster. Früher nannte man es auch DOS-Fenster. Wer nicht weiß, was das ist, der oder die kennt vielleicht jemanden, der sich auskennt. Niemand von uns Normalverbrauchern benötigt dieses Fenster, es kann sogar gefährlich werden, weil es die Möglichkeit bietet, in den elektronischen Eingeweiden des PC herumzuwühlen. Ein Eingabebefehl ist allerdings interessant und kann gefahrlos ausprobiert werden. 

Wenn Sie das Eingabefenster gefunden haben, geben Sie "tracert www.nasa.com" ein! Anstelle von nasa.com kann man andere Internetadressen wie etwa www.nzz.ch eingeben. Der tracert-Befehl bedeutet "trace route" (verfolge die Route). Es handelt sich um einen elektronischen Pfadfinder. Meine tracert-Suche erbrachte zwischen meinem PC und der NASA 20 Stationen. Die IP-Adressen, die der Computer angibt, kann man in einen "IP-finder" eingeben, und schon wird dessen Position angezeigt. Eine der gefundenen Adressen lag in Berlin, eine andere in Wichita im US-Bundesstaat Kansas. Das bedeutet nichts anderes, als dass Leute, die an den 20 angegebenen Servern sitzen, sehen können, was ich mache.

Inzwischen gibt es Spezialprogramme, mit denen die eigene Position versteckt oder verschleiert werden kann, aber eine Garantie, dass das funktioniert, gibt es nicht. Niemand von uns, auch nicht gewiefte Computerexperten, wissen, woran die besten Programmierer bei der amerikanischen Nachrichtenagentur NSA oder bei den Internetsuchmaschinen arbeiten. Die Programme von Facebook, Google und Amazon sind bereits so kompliziert, dass Außenstehende keine Chance haben, durchzublicken.

Die Kriege der Zukunft finden im Internet statt, heißt es, und das ist nicht übertrieben. Immer mehr Geräte, immer mehr Systeme sind aus verschiedenen Gründen am Internet angedockt, also online. Dazu zählen Flughäfen, Kraftwerke, Fertigungsanlagen und Krankenhäuser. Funktioniert irgendetwas nicht, so ist in den meisten Fällen eine Fernwartung möglich. Der Reparaturfachmann aber auch der Hacker können sowohl vom Nachbarort, als auch aus San Franzisco manipulierend zugreifen.

Kevin Mitnick, Codename "Condor", galt als einer der gefährlichsten Computerhacker der Welt. In seinem Buch "The Art of Deception" (Die Kunst der Täuschung) schreibt er, dass die meisten Hackerangriffe nicht mit elektronischen Mitteln, sondern mit Hilfe von Geschwätzigkeit und Korruption erfolgen. Gegen Angestellte, die geheime Codes verraten, ist bis heute kein Computerkraut gewachsen. Ein Problem ist auch die Leichtgläubigkeit. Es ist immer wieder erstaunlich, wie leicht Betrüger mit Hilfe simpler Mails naive Internetsurfer abzocken.




© 2016 Rudolf Öller, Bregenz