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BETRUG (4): EINSTEIN


Albert Einstein soll nicht nur ein schlechter Schüler, sondern auch Betrüger gewesen sein. Er ist somit einer von vielen Opfern der Neidindustrie, deren Agenten Genies nicht leiden können. Der kleine Albert war vielseitig interessiert, überfordert war er nie. Er konnte lediglich den Kasernenton an deutschen Schulen nicht ausstehen. An den Schweizer Schulen fühlte er sich wohler. Wahrscheinlich kommt  die Falschmeldung vom schlechten Schüler auch von einer missglückten Aufnahmeprüfung an der ETH Zürich. Einstein war in Mathematik und in den Naturwissenschaften so gut, dass er im Alter von 16 Jahren zur Aufnahmeprüfung gedrängt wurde, diese aber nicht bestand. Es fehlten ihm noch zwei Jahre an Wissenserwerb.

Die Vorwürfe, die ganze Relativitätstheorie sei ein dummer Scherz oder gar ein Betrug, haben sich längst erledigt, aber der Vorwurf, die wahre Autorin sei Einsteins erste Frau Mileva gewesen, geistert immer noch durch die Spalten obskurer Medien und Blogs. Es gibt im Zusammenhang mit Einstein noch andere Merkwürdigkeiten. Einstein behauptete, dass die Arbeiten des österreichischen Physikers Ernst Mach eine große Hilfe bei der Entwicklung der Relativitätstheorie waren. In Machs Büchern fand Einstein zu seiner Verblüffung schmähende Sätze wie „Ich kann die Relativitätstheorie genauso wenig akzeptieren wie die Existenz von Atomen und anderen ähnlichen Dogmen“. Erst später stellte sich heraus, dass diese Sätze von Ernst Machs Sohn nach dem Tod des Vaters erfunden und hinzugefügt worden waren.

Die Geschichte von Einsteins Ehefrau Mileva, die 1983 in der Zeitschrift „Emma“ als wahre Schöpferin der Relativitätstheorie bezeichnet wurde, ist besonders seltsam. Da die Sache abnormal klang, folgten genauere Nachforschungen. Es stellte sich heraus, dass die Urheberin der Geschichte eine Serbin namens Desanka Trbuhovic-Gjuric war. Einsteins erste Frau war ebenfalls Serbin und hieß mit Mädchennamen Maric. In einem Anfall nationalen Überschwangs entstand das Märchen von der klugen Mileva, die das Hirn hinter Einstein gewesen sein soll. Im Buch „Im Schatten Einsteins“, das 1969 in Jugoslawien erschien und später ins Deutsche übersetzt wurde, wird auf den russischen Physiker Abram Joffe verwiesen, der in seinem Buch „Erinnerungen an Einstein“ behauptet haben soll, die wichtigsten Veröffentlichungen Einsteins hätten die Unterschrift „Einstein-Maric“ aufgewiesen. In Joffes Buch ist aber nirgendwo eine Mitautorenschaft von Mileva zu finden. Stattdessen wird auf Milevas deutliche Schwäche in Mathematik verwiesen.

Da sich nur wenige Menschen die Mühe machen, erfundene Geschichten zu überprüfen, geistern unglaublich viele Märchen durch die Medien.




© 2016 Rudolf Öller, Bregenz