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VIEL FEIND VIEL EHR!


Warum sind manche Tier- und Pflanzenarten über lange Zeiträume erfolgreich? Warum sind manche Nationen aufstrebend, manche nicht? Es gibt darauf keine einfachen Antworten, denn das Leben wird von vielen Faktoren bestimmt. Wären die Antworten simpel, dann gäbe es längst Patentrezepte für Gesundheit, glückliche Familien und erfolgreiche Staaten, wie die USA. Die USA ist die einzige noch existierende Supermacht der Welt, und das schafft überall Unmut und Neid. TV-Doktor House sagte dazu: „Wenn du niemand kennst, der dich hasst, dann hast du etwas falsch gemacht.“ Viel Feind, viel Ehr!

Sehen wir uns einige Details an. In allen Universitätsrankings sind die USA uneinholbar. Unter den zehn besten Universitäten befinden sich acht amerikanische und zwei britische. Es ändert sich nichts, wenn man die ersten zwanzig betrachtet: Sechzehn amerikanische, drei britische und eine Schweizer Universität (ETH Zürich). Unter den ersten hundert befinden sich auch mehrere deutsche, kanadische und israelische Universitäten. Über die inferiore Position der Österreicher hüllen wir den Mantel des Schweigens. In den führenden Techniken (Elektronik, Biochemie, Genetik) sind die Amerikaner, wenn überhaupt, nur noch von Engländern, Deutschen und Asiaten einholbar. Bei der Zahl der Nobelpreisträger sind die USA gegenüber dem Rest der Welt dominierend. Dieser Vorsprung hat nichts mit Macht und nur bedingt mit Geld zu tun. Es hat andere Gründe.

Auch das Militär spielt eine Rolle, denn der Krieg war und ist der Vater aller Dinge. Das Internet wurde von der US-Army in den Sechzigerjahren erfunden, 1969 an der Universität San Diego in Kalifornien in Betrieb genommen und gemeinsam mit CERN in Genf weiterentwickelt. Die erfolgreichsten Computerbetriebssysteme (UNIX, Windows, Apple-OS und andere) sind ausschließlich amerikanische Entwicklungen. Der Transistor und die Computerchips wurden in den USA erfunden und bis heute weiterentwickelt. Die großen Prozessorfirmen (IBM, Intel, Motorola, Texas Instruments etc.) befinden sich in den USA. Europa und Asien können nur noch ein wenig mithalten.

Liest man Blogs im Internet durch, so ist der Antiamerikanismus nicht zu übersehen und zu überlesen. Viele beklagen die Macht der Amerikaner, die Wallstreet, die Hegemonie, das Geld und manches andere. Es erstaunt, warum niemand die Frage stellt, weshalb die USA weltweit die Wissenschaftsnation Nummer eins ist. Ein Hauptfaktor, der zum Erfolg führt und der Amerika groß gemacht hat, ist die Freiheit privaten Denkens und Handelns. Wären die amerikanischen Universitäten ähnlich verstaatlicht wie bei uns, dann wären auch sie erfolglos.






© 2015 Rudolf Öller, Bregenz