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EVOLUTION: KATASTROPHEN


Die Katastrophen, die es im Laufe der Erdgeschichte gab, haben das Leben mehrmals an den Rand der Austilgung gebracht. Wie viele Vernichtungswellen es gab, hängt von der Zählweise ab. Manche Autoren sprechen von einem Dutzend oder mehr Aussterbewellen. Das Verschwinden der Saurier vor 65 Millionen Jahren war nur eine davon. Zur zeitlichen Orientierung werden Epochen verwendet, die nach Orten oder nach prähistorischen Völkern benannt sind, wo entsprechende Ablagerungen gefunden wurden. So ist das Devon nach der Grafschaft Devonshire benannt, das Silur nach dem keltischen Stamm der Silurer.

Vor ca. 2,4 Milliarden Jahren fand mit der von Cyanobakterien (früher „Blaualgen“) ausgelösten Sauerstoffkatastrophe das massivste Sterben des gesamten Präkambriums statt, bei dem die meisten Bakterien ausgelöscht wurden. Nur diejenigen Urformen, die Sauerstoff verarbeiten konnten, überlebten. Das erste durch Fossilien belegte große Sterben gab es am Ende des Kambriums vor rund 440 Millionen Jahren. 80 Prozent aller Arten verschwanden. Die Ursache ist unbekannt. Vor 445 Millionen Jahren, am Ende des Ordoviziums, kam es zum nächsten Massenaussterben. Viele Trilobiten (ausgestorbene Gliedertiere) und Brachiopoden (ein den Muscheln äußerlich ähnlicher Tierstamm) verschwanden. Vor 360 Millionen Jahren, gegen Ende des Devons, erwischte es nochmals zahlreiche Trilobitenarten und erstmals sehr viele der damals schon existierenden Fische.

Vor rund 250 Millionen Jahren, an der Grenze Perm-Trias, kam es zur größten Katastrophe in der Geschichte des höher entwickelten Lebens. 95 Prozent aller Meeresarten und zwei Drittel aller Landlebewesen wurden vernichtet. Die meisten Geologen machen den „sibirischen Trapp“ dafür verantwortlich. Es handelt sich dabei um ein vulkanisches Ereignis, bei dem besonders große Mengen CO2 freigesetzt wurden, was das Klima kippen ließ. Eine erst kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass eine Versäuerung der Ozeane eine Rolle beim Aussterben mariner Arten gespielt haben muss. Die Ozeane nehmen atmosphärisches Kohlendioxid auf, was zur Bildung leicht sauren Wassers führt. An der Perm-Trias Grenze wurden die Ozeane wegen der hohen CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre extrem sauer. Das führte dazu, dass Meeresorganismen, die Schalen oder Skelett aus Kalk aufbauen, kaum mehr überleben konnten.

Alle weiteren Massensterben, darunter das der Saurier und Ammoniten am Ende der Kreide, waren die Folge von vulkanisch bedingten Klimaveränderungen und des Einschlags eines Großmeteoriten.

Buchtipp: Ernst Peter Fischer, „Das große Buch der Evolution“, Verlag Fackelträger.
Webtipp: www.bio.vobs.at/evolution.






© 2015 Rudolf Öller, Bregenz