zurück Übersicht weiter

SPIONAGE: URSACHEN


Die „National Security Agency“ (NSA) der USA ist wegen ihres Datendranges ins Gerede gekommen. Wie können die es wagen, Telefone, Mails und Surfverhalten der Benutzer zu belauschen? In Wahrheit ist Spionage älter als die Menschheit. Sogar Schimpansenhorden schicken ihre Späher aus, und wenn eine Affenbande überzeugt ist, dass die andere personell unterbesetzt ist, dringen sie auf Fremdgebiet vor, verprügeln die „Feinde“ oder töten sogar einige von ihnen.

Die Hauptgründe für Spionage sind militärischer und finanzieller Natur. Es wird beim Gegner geschnüffelt, weil die Kenntnis seiner Stärke eine Voraussetzung für die eigene militärische Strategie ist, oder weil wissenschaftlich-technische Entwicklungen sehr teuer sind. Wer spioniert, spart vor allem dann Geld und Zeit, wenn im eigenen Bereich wenige Ressourcen zur Verfügung stehen.

Das Magazin „Spektrum der Wissenschaft“ hat kürzlich die zehn bahnbrechendsten physikalischen Entdeckungen aufgelistet. In umgekehrter Reihenfolge (von zehn bis eins) sind das: die Radioaktivität, die stimulierte Erzeugung von Licht (LASER), die Halbleitertechnik (Transistor), das Michelsen Morley-Experiment (der erste experimentelle Beweis der Relativitätstheorie), die Entdeckung des Atomkerns, der Nachweis des Higgs-Teilchens (fälschlich auch „Gottesteilchen“ genannt), die bereits im 19. Jahrhundert entdeckte elektromagnetische Induktion, die Spektralanalyse des Lichtes, das Doppelspaltexperiment als eines der Fundamte der Quantenphysik und schließlich die Entdeckung der elektromagnetischen Wellen. Zu den elektromagnetischen Strahlen zählen das sichtbare Licht genauso wie Röntgenstrahlen, Mikrowellen, UV-Strahlen, alle Radiowellen u.a. Gemeinsam ist ihnen die Ausbreitung mit Lichtgeschwindigkeit.

In dieser Liste sind die biologischen, chemischen und pharmazeutischen Entdeckungen und Erfindungen noch gar nicht enthalten. Die Entdeckung der meisten naturwissenschaftlichen Phänomene, wie etwa die Radioaktivität und der Nachweis des Atomkerns, erfolgten rein zufällig, aber die Erforschung ihres Nutzens für Wissenschaft und Industrie ist mühsam und teuer. Einfacher ist es, vorhandenes und geheim gehaltenes Wissen auszuspionieren und anzuwenden. In einer Miniserie des Scheinwerfers kommen vier sensationelle Spionagefälle im Bereich Wissenschaft und Militär zur Sprache. Es sind die Affären Klaus Fuchs, Abdul Kadir Khan, Wladimir Wetrow und die gefährlichste Affäre, das Projekt „Stuxnet“. Alle diese Spionageunternehmungen waren tollkühn und haben den Gang der Geschichte beeinflusst. Die Tragweite der Stuxnet-und verwandter Affären kann zurzeit noch nicht gänzlich abgeschätzt werden.






© 2015 Rudolf Öller, Bregenz