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BATTERIEN


Der Tag der offenen Tür der Illwerke/VKW (www.illwerkevkw.at) in Vandans vor zwei Wochen ermöglichte den Besuchern einen interessanten Einblick. Das Kraftwerk Rodund II sieht von außen aus wie die Werkshalle eines mittleren Metallbetriebs. Innen erkennt man die Dimensionen eines Großkraftwerks, das 12 Stockwerke in die Tiefe reicht und eine maximale elektrische Leistung von rund 300 Megawatt abgeben kann. Das entspricht einem großen Donaukraftwerk.

Die Vorarlberger Pumpspeicherwerke haben für die Stromversorgung Europas eine herausragende Bedeutung. Windenergie ist zwar praktisch, aber leider unzuverlässig. Wenn kein Wind weht, wird kein Strom produziert. Das gleiche Problem haben wir bei der Photovoltaik. Bei Nebel und in der Nacht gibt es keinen Strom. Sogar Flusskraftwerke erzeugen den benötigten Strom zur falschen Zeit. Im Winter führen die Flüsse weniger Wasser, daher wird auch weniger elektrische Leistung ins Netz geliefert. Atom- und Kohlekraftwerke liefern große Mengen elektrischer Energie, aber auch sie haben – von der Umweltbelastung einmal abgesehen - zwei technische Nachteile. Bei einem dringenden Bedarf an elektrischer Energie können diese Kraftwerke nicht auf Knopfdruck starten. Hochfahren dauert Stunden. In der Nacht, wenn der Strombedarf absinkt,  können sie nicht kurzfristig abgeschaltet werden. Es werden also große Strombatterien benötigt, um Versorgungslücken abzudecken.

Diese Groß-Akkus haben wir im Land, es sind die Pumpspeicherwerke der Illwerke/VKW. Während der nächtlichen Leistungsüberschüsse im europäischen Verbundnetz wird Wasser nach oben gepumpt, das entspricht dem Aufladen. An den arbeitsintensiven Werktagen schießt das Wasser nach unten und  treibt die Turbinen und Generatoren. Das entspricht dem Entladen. Manchmal müssen auch am Abend Turbinen zugeschaltet werden, wenn Millionen vor den Flachbildschirmen sitzen, um ein Fußballspiel zu sehen. Der Stromkonsument bemerkt nichts vom technischen Aufwand, der dazu nötig ist. Das Phantastische an der Sache ist die Geschwindigkeit. Ein Hochleistungs-Pumpspeicherwerk benötigt zum Hochfahren nicht Stunden oder Tage, sondern nur eine Minute.

Die Illwerke/VKW haben noch etwas zu bieten: Hochwertige Bildung „mit Spannung“. Männliche und weibliche Elektrotechnik-Lehrlinge haben am Tag der offenen Tür den Besuchern freundlich und mit Sachkenntnis ihre Arbeitsplätze gezeigt und erklärt. Diese Facharbeiter von morgen, die auch komplexe Automatikanlagen programmieren können, sind unsere Zukunft. Sie wirken motiviert und selbstbewusst, weil sie wissen, dass sie eines Tages die Batterien unseres materiellen Wohlstandes sein werden.




© 2014 Rudolf Öller, Bregenz