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PROFESSOR ZUFALL: CURIE


Marie Curie wurde als Marja Sklodowska in Warschau geboren. 1891 ging sie nach Paris und schrieb sich an der Sorbonne ein. Zwei Jahre später bestand sie die Abschlussprüfung für Physik mit Auszeichnung, kurz darauf heiratete sie den jungen Professor Pierre Curie.

1895 hatte Wilhelm Conrad Röntgen seine nach ihm benannten Strahlen und 1896 Henri Becquerel die radioaktiven Strahlen in Uransalzen entdeckt. Marie Curie begann sich für das geheimnisvolle Phänomen zu interessieren. Nachdem man entdeckt hatte, dass radioaktive Strahlen die Luft elektrisch leitfähig machen, konnte ein Messgerät, ein so genanntes „Elektroskop“, entwickelt werden. Das Gerät war einfach konstruiert, funktionierte aber zuverlässig. Marie Curie nahm einige Messungen an Mineralien vor und fand zu ihrer Überraschung, dass die Strahlung des Uranerzes intensiver war als die des reinen Urans. Sie vermutete, dass im Erz noch unbekannte strahlende Substanzen enthalten sein müssen. Pierre Curie beendete seine eigenen Arbeiten am Magnetismus und beteiligte sich an der Forschung seiner Ehefrau. Während Pierre Curie sich der Untersuchung der Strahleneigenschaften widmete, begann Marie, die strahlenden Materialien chemisch zu zerlegen. Dafür benötigte sie große Mengen an Uranpechblende. Durch die Vermittlung des Geologieprofessors Eduard Suess, damals Präsident der Akademie der Wissenschaften in Wien, erhielten die Curies eine Tonne Pechblende aus Sankt Joachimsthal, für die sie nur die Transportkosten nach Paris übernehmen mussten.

Marie zerlegte das schwere Material mit herkömmlichen chemischen Methoden. Dabei beobachtete sie, in welchen Lösungen oder Filterrückständen die Strahlung zunahm. 1898 konnten die Curies die Entdeckung zweier neuer Elemente bekanntgeben. Das erste nannten sie nach der Heimat von Marie, Polonium, das zweite wurde wegen der intensiven Strahlung Radium genannt. (Radius bedeutet Strahl). Marie Curie prägte damals den bis heute üblichen Begriff „Radioaktivität“.

1903 erhielt das Ehepaar Curie gemeinsam mit Henri Becquerel den Nobelpreis für Physik. Eher zufällig entdeckten beide die Gefährlichkeit der Strahlung. Sowohl Pierre als auch Marie erkrankten regelmäßig, und Marie klagte über Entzündungen an den Fingerkuppen. Henri Becquerel erlitt einmal eine Hautverbrennung am Bein, nachdem er eine Radiumprobe achtlos mit sich geführt hatte. Pierre Curie kam 1906 bei einem Unfall ums Leben. Marie war nun gezwungen, ohne ihren Ehemann weiterzuarbeiten. 1911 erhielt sie einen zweiten Nobelpreis, dieses Mal in Chemie. Damit war sie nicht nur die erste Nobelpreisträgerin, sondern auch der erste Mensch mit zwei Nobelpreisen.




© 2013 Rudolf Öller, Bregenz