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MYTHOS GLEICHHEIT (3)


Die ersten, denen prinzipielle Unterschiede im Verhalten zwischen Frauen und Männern auffielen, waren die Biologen des 19. Jahrhunderts. Es dauerte allerdings bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts, bis man die Funktionen des Nervensystems und den Einfluss der Hormone soweit verstanden hatte, dass man der Sache auf den Grund gehen konnte. Die ersten konkreten Ergebnisse wurden vor vierzig Jahren publiziert. Die Unterschiede, von denen hier die Rede ist, wurden nicht durch kleine Stichproben ermittelt, sondern weltweit in tausenden wissenschaftlichen Studien.

Heute ist die These weitgehend verschwunden, die Geschlechter seien in allen ihren Fähigkeiten nur minimal verschieden - und das auch nur aufgrund unterschiedlicher Bedingungen während der kindlichen Entwicklung. Alle vorliegenden wissenschaftlichen Befunde zeigen, dass der Feinbau des Gehirns bereits so früh von Sexualhormonen nachhaltig beeinflusst wird, dass die Umwelt von Geburt an - und sogar schon vorher - bei Mädchen und Buben auf unterschiedlich verschaltete Gehirne einwirkt. Alle wissenschaftlichen Studien, die großteils aus den angelsächsischen Ländern stammen, zeigen beträchtliche Unterschiede in den Entwicklungen weiblicher und männlicher Gehirne. Trotzdem wird dem menschlichen Gehirn eine gewisse Flexibilität zugebilligt, was ohnehin außer Streit steht. Mit einem Gleichheitsmythos räumen jedoch ausnahmslos alle seriösen Studien auf: Es wird aufgrund der Unterschiede zwar immer einige Frauen mit „typisch männlichen“ und etliche Männer mit „typisch weiblichen“ Fähigkeiten geben, die Unterschiede sind jedoch so stark, dass es in bestimmten Berufen nie zu Paritäten kommen wird, so sehr dies eine Genderpolitik auch zu verwirklichen versucht.

Im Durchschnitt haben Männer ein überlegenes räumlich-technisches Vorstellungsvermögen. Frauen können dafür schneller zusammenpassende Objekte erkennen, haben eine leicht höhere Wahrnehmungsgeschwindigkeit und sie verfügen über eine bessere soziale Kompetenz. Dies sind nur einige von mehreren Unterschieden. (www.bio.vobs.at/physiologie/a-gehirn_mw.htm)

Die Politik sollte öfter kompetente Wissenschaftler zu Rate ziehen, wie etwa den führenden Hirnforscher Prof. Simon Baron Cohen aus Cambridge, statt veralteten nutzlosen Hypothesen nachzurennen. Manche Politiker scheinen auch nicht zwischen Chancengleichheit und Ergebnisgleichheit unterscheiden zu können. Chancengleichheit ist mindestens genauso wichtig wie sozialer Ausgleich. Ergebnisgleichheit in allen Bereichen über Quotenregelungen zu erreichen, ist eine unwissenschaftliche, teure und wirkungslose Wunschvorstellung naiver Politiker.




© 2013 Rudolf Öller, Bregenz