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DIE WISSENSCHAFTSMACHT


Die Bundesrepublik Deutschland ist die stärkste europäische Wirtschaftsmacht. Auch Österreich profitiert davon, denn unsere Nachbarn machen gerne Urlaub in einem schönen und sicheren Land mit Umweltqualität. Die Jugendarbeitslosigkeit war im Februar 2012 sogar noch niedriger als die chronisch niedrige Quote in Österreich. Deutschlands Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 8 Prozent, diejenige von PISA-Sieger Finnland bei 20 Prozent und die Jugendarbeitslosigkeit der Europäischen Union (EU 27) beträgt 22,4 Prozent.

Die deutschen Erfolgszahlen haben eine entscheidende Entwicklung in Vergessenheit geraten lassen, es ist der enorme Aufschwung der Wissenschaften und der Technik. Nach dem zweiten Weltkrieg lagen Wirtschaft und die Wissenschaft zerstört am Boden. Die besten Köpfe des Deutschen Reiches waren zuvor nach Großbritannien und in die USA emigriert, wovon diese Länder bis heute profitieren.

Deutschland hat sich in kurzer Zeit nicht nur wirtschaftlich erholt. Auch die Wissenschaften entwickelten sich nachhaltig. Deutschland hat nach dem 2. Weltkrieg zwölf Chemie-, siebzehn Physik- und dreizehn Medizinnobelpreisträger hervorgebracht. Unter den Erfindungen, die wir den deutschen Nobelpreisträgern zu verdanken haben, sind so bedeutende Dinge wie „Chemischen Prozessen auf Festkörperoberflächen“, was zur Entwicklung der Abgaskatalysatoren geführt hat. Auch das Elektronenmikroskop und das „Rastertunnelmikroskop“ - unverzichtbar in allen Wissenschaften - sind deutsche Entwicklungen. Im Bereich Medizin/Physiologie wurden revolutionäre Entdeckungen gemacht, wie etwa von Christiane Nüsslein-Vollhard über die genetischen Steuerungen in der Embryonalentwicklung von Lebewesen. Für Europas ehrgeizige Studenten ergeben sich hier exzellente Möglichkeiten. Sie können, müssen aber nicht nach Übersee wechseln. Ihnen stehen ausgezeichnete Lehrstätten zur Verfügung, zumal Deutschland im internationalen Ranking der Universitäten an hervorragender dritter Stelle liegt.

In einer OECD-Studie vom Mai 1973, das liegt immerhin vier Jahrzehnte zurück, heißt es, das dem österreichischen vergleichbare deutsche Bildungssystem sei insgesamt „ineffektiv und unzeitgemäß.“ In der besagten Studie wurde der Bundesrepublik Deutschland ein unaufhaltsamer wirtschaftlicher und wissenschaftlicher Abstieg prophezeit, sollte das Ausbildungssystem nicht radikal verändert werden. Deutschland ist diesen Empfehlungen zum Glück nicht gefolgt. Die stärkste europäische Wirtschafts- und Wissenschaftslokomotive zeigt damit anhand ihrer Erfolgszahlen, dass Bildungsexperten auch nur Menschen sind, die sich gelegentlich irren.




© 2012 Rudolf Öller, Bregenz