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MASERNMYTHOS


Masern sind eine durch Viren hervorgerufene infektiöse Erkrankung. Es entstehen charakteristische rote Flecken auf der Haut, begleitet von Fieber und einer fühlbaren körperlichen Schwächung. In einigen Fällen folgen gefährliche Komplikationen wie Lungen- und Hirnentzündungen. Wer an Masern erkrankt oder sich impfen lässt, bleibt später (fast) immer immun.

Esoteriker sehen Masern als eine Art Häutung oder Metamorphose. Deswegen sind sie dafür, dass Kinder diese Krankheit erleiden. Ein Kind ohne Masern erlebt ihrer Meinung nach eine „karmisch“ falsche Entwicklung. Einige Homöopathen sehen das ähnlich. Für sie bewirken Masern eine übernatürlich- magische Reinigung, daher wird eine Impfung als etwas Unnatürliches gedeutet. Da diese Meinungen aus dem Wolkenreich der Gesundheitsmystik stammen, müssen deren Propheten, um alles halbwegs glaubhaft vermitteln zu können, die Sache mit dubiosen Argumenten (pseudowissenschaftlich) begründen.

Es ist wichtig zu wissen, dass das Impfen im Grunde etwas Natürliches ist. Viele medizinische Methoden, wie etwa Röntgenaufnahmen, Operationen, Bluttransfusionen usw., sind (manchmal notwendige) unnatürliche Eingriffe in unsere Natur. Das Impfen dagegen zählt zu den natürlichen Maßnahmen: Man bietet dem menschlichen Körper durch die Impfung „Antigene“. Diese Substanzen kommen in der Natur vor, es handelt sich um Molekülstrukturen an der Oberfläche von Viren und Bakterien. Diese Antigene stimulieren unser Immunsystem zur natürlichen Produktion von Antikörpern. Das sind Y-förmige Proteine, die sich auf die Antigene stürzen und diese verkleben, um sie dann unseren weißen Blutkörperchen zum Fraß vorzuwerfen.

Die Behauptung, bei einer Epidemie erkranken mehr Geimpfte als Ungeimpfte, erweist sich bei näherer Betrachtung als Halbwahrheit. Wir nehmen an, dass in einem Ort 10.000 Einwohner leben, von denen 400 nicht geimpft sind. Es wird eine Infektionskrankheit eingeschleppt, worauf 300 der Ungeimpften erkranken. Da der Impfstoff eine Erfolgsquote von etwa 95% hat, sind rund 500 der Geimpften nicht immun und erkranken ebenfalls. Somit gibt es 400 Kranke unter den Ungeimpften, aber 500 Kranke unter den Geimpften. Ohne Impfung jedoch wären mehrere tausend Menschen erkrankt, einige davon mit Dauerfolgen.

Die weltweit regelmäßig aufbrechenden Masernepidemien sind oft Folge einer okkulten „Heilkunst“, wie sie unter anderen auch in Waldorfschulen gelehrt werden. Der Stifter der Waldorfschulen, der Esoteriker und Philosoph Rudolf Steiner, begründete in der Schweiz die „anthroposophische Schule“. Ein Abfallprodukt dieser Initiative ist der abseitige Kampf gegen das Impfen.




© 2008 Rudolf Öller, Bregenz