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Ideologien: RASSENLEHRE


Wenn von der nationalsozialistischen Rassenlehre die Rede ist, dann richten sich die Gedanken reflexartig auf Hitlers Werk „Mein Kampf“. Tatsächlich findet man darin Hitlers Programm zur Bekämpfung „minderwertiger Völker“, wenn er beispielsweise schreibt, „die Außenpolitik des völkischen Staates hat die Existenz der durch den Staat zusammengefassten Rasse ... sicherzustellen". Dieses Ziel, so betont Hitler, sei nur auf kriegerischem Weg durch Unterdrückung der minderwertigen Völker und nur durch Raumgewinn im Osten zu erreichen.

Ein zentrales Anliegen nationalsozialistischer Ideologie ist die Arterhaltung des germanischen Menschen deutscher Nation. Diese Weltanschauung muss mit "brutaler Gewalt" gegen Judentum und Marxismus zum Sieg geführt werden. Diese Feindfiguren fordern die Aggressionsbereitschaft der "breiten Masse" heraus, die "durch überlegene Geister erst einmal in einer bestimmten Richtung in Bewegung gesetzt ... einem Schwungrade ähnlich, der Stärke des Angriffs Wucht und gleichmäßige Beharrlichkeit gibt".

Einer dieser „überlegenen Geister“ war Hitlers Chefideologe Alfred Rosenberg. Er war das zentrale Hirn hinter der Rassenlehre. Rosenberg wurde 1893 in Tallin (Estland) geboren. Nach der russischen Oktoberrevolution floh er nach München, wo er ein aktives Mitglied des nationalistischen Geheimbundes „Thule-Gesellschaft“ wurde und dabei Hitler kennen lernte. 1924 gründete Rosenberg die "Großdeutsche Arbeitsgemeinschaft", eine Ersatzorganisation der verbotenen NSDAP. 1929 folgte die Gründung des "Kampfbundes für deutsche Kultur", und 1930 veröffentlichte er sein Hauptwerk "Der Mythus des zwanzigsten Jahrhunderts". Dieses Buch ist die ideolo-gische Basis des nationalsozialistischen Rassenwahns, eine grausame pseudowissenschaftliche Publikation mit todbringender Wirkung. Auf dieses Buch beriefen sich Traktate, wie etwa "Die nordische Seele" (ein Propagandabuch zur Eugenik, München 1937), "Kleine Rassenkunde des deutschen Volkes" (Berlin 1937), „Warum Rassen- und Bevölkerungspolitik?“ (Berlin 1938) und viele andere.

Es ist müßig, darauf hinzuweisen, dass Rassen nur ein Produkt von Züchtungen sein können. In der Natur gibt es weder edle noch minderwertige Rassen, das gilt auch für Menschen. Trotzdem ist der Ungeist der Rassenlehre schwer auszurotten. Die türkische Übersetzung von „Mein Kampf“ wurde erst vor 2 Jahren fast gleichzeitig von 15 türkischen Verlagen auf den Markt gebracht. Bereits Anfang 2005 stand das Buch auf Rang vier der Bestsellerliste der größten türkischen Buchhandelskette D&R. Schließlich hatte Hitler die Kurden als ein den Juden verwandtes, minderwertiges Volk skizziert.


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© 2006 Rudolf Öller, Bregenz