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KRIEG DER FORMATE


Die Zeit der Videoformat-Kriege ist den älteren Generationen noch in Erinnerung: VHS von JVC gegen Video-2000 von Grundig und Beta von Sony. VHS hat überlebt, obwohl die Konkurrenz technisch besser war.

Auch bei den Computern gab es eine Konfusion. Als die Firma IBM für ihren neu entwickelten PC ein Betriebssystem suchte, entschied man sich für MS-DOS („Microsoft Disk Operating System“) der damals noch kleinen Firma Microsoft. Das bessere Konkurrenzprodukt CP/M („Control Program for Microcomputers“) kam nicht zum Zug. Auch die Firma „Apple“ kam seinerzeit ins Hintertreffen. Ihr Betriebssystem wurde an die zu jener Zeit turmhoch überlegenen Apple-Computer gebunden, während Microsoft vereinbart hatte, dass das MS-DOS Programm für alle Rechner weltweit frei gegeben wird. Das mickrige aber frei erhältliche MS-DOS hatte über das zwar bessere aber eigenwillige System Apple gesiegt.

Nach und nach tauchten digitale Datenträger in Form von CDs („Compact Disk“) mit ca. 800 Megabyte (ein Byte ist die Speichereinheit für ein Zeichen) und DVDs („Digital Versatile Disk) mit ca. 8 Gigabyte auf.

In den letzten Jahren hat sich wenig getan, aber nun ist es mit dem Frieden vorbei. In den USA wurden die ersten TV-Serien bereits hoch auflösend gedreht und entsprechend gesendet. Hochauflösendes HDTV (HD = „high definition“) zeigt Bilder in ungewohnt brillanter Schärfe. Das Wiener Neujahrskonzert 2006 wurde in Amerika und in Japan bereits im HD-Format übertragen. Auch die Fußball-WM 2006 wird hoch auflösend gesendet, allerdings nicht in Europa. RTL wird nicht vor 2008 digitale HD-Signale erzeugen. Es gibt zwar digitale Testsender wie „Pro 7 HD“, „Premiere“ und „HD1“, aber die Programme sind mehr als bescheiden.

Auch bei den Datenträgern bahnt sich eine Revolution an. Die „Blu-ray-Disk“ von Sony mit einer Kapazität von 50 Gigabyte tritt gegen die „HD DVD“ (30 Gigabyte) von Toshiba an. Samsung und viele Filmgesellschaften setzen auf Sony. Erbfeind Microsoft schlug sich trotzig auf die Seite von Toshiba, weil die neue „Playstation 3“ von Sony ihre neue Blu-ray-Disk als Datenträger benützt.

Das alles wird aber gegenüber der noch im Teststadium liegenden HVD („Holographic Versatile Disk“) verblassen. Die Daten werden über Interferenzmuster zweier Laserstrahlen gespeichert und gelesen. Betreiber sind die US-Firma „InPhase“ und die japanische Firma „Optware“. Eine HVD-Scheibe soll in ungefähr 8 bis 10 Jahren mehr als 1000 Gigabyte (1 Terabyte) Daten speichern. Das wären etwa 150 DVDs, 1500 CDs oder 1 Million Disketten. Bald wird in der Welt der elektronischen Medien kein Stein auf dem anderen bleiben, auf die alten Geräte wartet schon der Schrottcontainer.




© 2006 Rudolf Öller, Bregenz