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DER ZUHÄLTER IM KINDERZIMMER

San Andreas ist ein virtueller Staat: „Los Santos“ ist Los Angeles nachempfunden, „San Fierra“ sieht aus wie San Francisco und „Las Venturas“ ist ein Pseudo-Las Vegas. Zwischen den Städten befinden sich schöne Landschaften wie etwa „Bone Country“, „Flint Country“ und andere. Die Städte haben Straßen, Brücken, Flughäfen, Fast Food-Läden, Kleidergeschäfte, Banken, Krankenhäuser, Rotlichtviertel und vieles mehr.

Die Rede ist hier von einem Computerspiel namens „Grand Theft Auto: San Andreas“. Der Spieler verwandelt sich in der Simulation in eine Person namens Carl Johnson. Johnson kann mit Autos durch die Straßen fahren und sich die Gegend ansehen. Er kann sich einen Hamburger kaufen, Fitnessstudios besuchen, sich die Haare schneiden lassen und viele andere Dinge des Alltags erledigen.

Hat Johnson ein Auto zu Schrott gefahren, kann er an einer Kreuzung ein haltendes Fahrzeug öffnen, den Fahrer brutal zusammenschlagen und das Auto rauben. Einträglicher ist es allerdings, ein Taxi zu stehlen und Fahrgäste zu transportieren. Das bringt Geld. Sollte das Niederschlagen von Fahrern und das Herumfahren zu langweilig werden, kann sich der Protagonist des Spiels eine Frau schnappen, auf den Strich schicken und als Zuhälter kräftig abkassieren. Es kann passieren, dass man von der Polizei verfolgt wird. In diesem Fall ist nützlich, die Polizisten zu töten indem man sie ganz einfach über den Haufen fährt.

Wenn hart gesottenen Spielern dies immer noch zu wenig gewalttätig ist, dann kauft Carl Johson in einer Terroristenwerkstatt eine Bombe und sprengt ein Polizeirevier in die Luft. Dort wird er sich mit Pistolen, Pumpguns und Scharfschützengewehren eindecken, in der Folge Passanten niederschießen oder einen Bandenkrieg anzetteln.

Rechtzeitig zur Weihnachtszeit werden Brutalospiele wie „gta: San Andreas“, „ShellShock Nam '67“, „Resident Evil - Code Veronica X" und andere angeboten. Eltern und Lehrer haben selten eine Ahnung, was in den Kinderzimmern über die Bildschirme flimmert. Die erwähnten Computerspiele dürften eigentlich nur an Jugendliche ab 18 verkauft werden, aber kaum ein Händler hält sich an diese Indizierung.

Es gibt psychisch gefestigte junge Leute, bei denen außer Zynismus kein größeres Unheil angerichtet wird. Bei pubertierenden Teenagern und seelisch labilen Jugendlichen können diese Spiele emotionale Schäden hervorrufen und kriminelle Initialzündungen bewirken. Unverständlich ist die Skrupellosigkeit der Hersteller und Vertreiber dieser Computerspiele und die Gleichgültigkeit und Unwissenheit der Erziehungsberechtigten. Der amerikanische Traum ist zum elektronischen Albtraum verkommen.

Hakenkreuze in Wolfenstein
Extreme Qual (Computerspiele)
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Bild der Wissenschaft

© 2004 Rudolf Öller, Bregenz