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UNGELIEBTE NEUE PLANETEN

Der kürzlich entdeckte Himmelskörper namens „Sedna“, der weit draußen im All unsere Sonne umrundet, hat die Gilde der Astrologen zum wiederholten Mal in Verlegenheit gebracht. Begonnen hat alles 1781 mit der Entdeckung des Planeten Uranus durch den britischen Astronomen William Herschel. Das neu entdeckte Gestirn erhielt zunächst die Bezeichnung „Georgium Sidus“ zu Ehren von König George III. Erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Name Uranus festgelegt. Die Astrologen waren ratlos, denn über Jahrhunderte hinweg war man mit den Planeten Merkur bis Saturn gut zurechtgekommen. Es kam noch schlimmer. 1846 entdeckte der deutsche Astronom Johann Gottfried Galle den Neptun, und 1905 begann der amerikanische Astronom Percival Lowell mit der Suche nach einem weit entfernten Trabanten jenseits des Neptuns.

1930 fand der amerikanische Astronom Clyde William Tombaugh das gesuchte Objekt in der Nähe der von Lowell vorhergesagten Position. „Pluto“ wurde deshalb als Namen gewählt, weil seine Anfangsbuchstaben die Initialen von Percival Lowell sind. Die Astrologen bauten die neuen Planeten eher verlegen in ihren Glauben ein. Vor allem Pluto stellte ein Problem dar. Seine Bahn ist gegenüber der Erdbahn (Ekliptik) so stark geneigt, dass er auch in Sternbilder eintritt, die in den klassischen Horoskopen gar nicht vorkommen.

Die Astrologen leiden also stillschweigend unter der ständig wachsenden Zahl an neu entdeckten Planeten und Monden. Dies scheint ungläubige Zeitgenossen auf Ideen zu bringen. Der Amerikaner James Randi (www.randi.org) und andere prominente Skeptiker haben nämlich mehrfach verblüffende Versuche öffentlich durchgeführt.

Mehreren Gästen wurde im Rahmen einer TV-Sendung von einem angeblich anerkannten Astrologen ein ausführliches Geburtshoroskop erstellt. Danach wurde den Besuchern die Frage gestellt, ob die Horoskope die Charakterzüge der einzelnen Personen treffend und individuell beschreiben würden. Obwohl ein Großteil der Befragten sich zuvor skeptisch gegenüber astrologischen Prognosen geäußert hatte, bezeichnete die Mehrheit der Besucher im Nachhinein die Horoskope als zutreffend. Nach diesem Bekenntnis eröffnete der Moderator seinen Gästen, dass diese alle dasselbe Horoskop gelesen hatten. Allgemeinplätze können also durchaus überzeugend wirken.

Wissenschaftliche Prüfmöglichkeiten gibt es nicht. Sollte ein Astrologe auf Fehler hingewiesen werden, so hat er immer eine Ausrede parat. Lediglich ein ungenau angegebener Aszendent (das am Horizont aufgehende Tierkreiszeichen) war an der falschen astrologischen Prognose schuld.

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© 2004 Rudolf Öller, Bregenz