zurück Übersicht weiter

IM ZEICHEN DES STEINBOCKS

Der Steinbock ist das unbeliebteste Tierkreiszeichen der Astrologen, weil der Steinbock im Jänner regiert. In diesem Monat werden alljährlich die zahllosen Fehlschüsse der Astrologen von den Skeptikerorganisationen aufgelistet.

Es lohnt sich, einen Blick auf das abgelaufene Kalenderjahr zu werfen. Man erkennt dann rasch, welch zweifelhafte Güte die Prognosen der Hellseher und Astrologen haben. Auch 2003 lagen sie, so wie in all den vorangegangenen Jahren, weiter daneben als die Prognosen der Aktien-Analysten, und das will was heißen.

Frau Angela Merkel sollte nach vorgezogenen Neuwahlen im Oktober 2003 Bundeskanzlerin in Deutschland werden. Zumindest behauptete dies Astrologin und Handleserin Patricia Schwennold vulgo Bahrani. Auch wurde die Ehe von Gerhard Schröder mit Doris Schröder-Köpf nicht geschieden, wie dies der Star-Astrologe Kurt Allgeier geweissagt hatte. Vier Ehefrauen sind wohl genug. Allgeier lag auch sonst gewaltig daneben, als er voraussagte, dass Stefan Raab eine neue Show bekommen, Michael Jackson ein großes Comeback feiern, Arnold Schwarzenegger bei den Wahlen in Kalifornien scheitern und Königin Beatrix der Niederlande abdanken werde.

Der bekannte TV-Astrologe Winfried Noé, der beim Privatsender „TV Berlin“ eine eigene Fernsehshow hat, prognostizierte für den FDP-Politiker Jürgen W. Möllemann "Erfolge als Redner zwischen Mai und November", aber der prominente FDP-Politiker Möllemann starb noch vor dem Sommer bei einem Fallschirmsprung. Angekündigt wurde auch die Gefangennahme von Osama bin Laden, was insofern verzeihlich ist, als der gefangen genommene Saddam Hussein mit seinem Bart seinem Terrorkollegen leidlich ähnlich sieht. Der Hellseher hatte möglicherweise nur seine Brille vergessen.

Der Euro wird abgeschafft, ein Attentat auf Außenminister Fischer findet statt, eine neue Flutkatastrophe bedroht Mitteleuropa und Andre Agassi wird sich von Steffi Graf trennen. Alles falsch! Die etwas vorsichtigeren Astrologen sagten Unwetter, Finanzskandale, Flugzeugabstürze, persönliche Veränderungen, Probleme in der Umwelt- und Verkehrspolitik und andere Gemeinplätze voraus, was ungefähr so sensationell ist wie die Prognose eines Sonnenuntergangs für den Abend.

Manche Leute glauben an diese „Wissenschaft“, weil das eine oder andere Mal ein Treffer dabei ist. So wird der Tod des Papstes pietätlos seit über 20 Jahren regelmäßig vorausgesagt. Irgendwann wird er - so wie wir alle - diese Welt verlassen, für die Regenbogenpresse wird das allemal genügen, den Zufallstreffer als „richtige“ Prognose in die Schlagzeilen zu bringen.

Falsche Prognosen
Alles ist möglich
Widerspruchsfreiheit
Denkfehler
Ungeliebte neue Planeten
Die wöchentliche Widerlegung
Die wöchentliche Übertreibung
Science online

© 2004 Rudolf Öller, Bregenz