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DUMME AMERIKANER?

„Stupid White Men“ heißt ein aktueller Bestseller des Amerikaners Michael Moore. Das Buch präsentiert die USA als Bananenrepublik mit einer „Junta“ an der Spitze und einer Börse als Spielwiese für Betrüger. Wenn man die „dummen weißen Männer“ in der amerikanischen Regierung außer Acht lässt, so gefällt den Europäern zumindest die Diagnose, die Amerikaner seien überwiegend dumm. Besieht man sich die Situation näher, so erweist sich das Ganze als Fehlurteil.

Die in Österreich kaum, in Deutschland jedoch heftig diskutierte PISA-Studie zeigt interessante Details. Die internationale Schulleistungsstudie „PISA“ (Programme for International Student Assessment) ist ein Projekt der OECD-Länder mit dem Ziel, die Fähigkeiten von Jugendlichen mit wissenschaftlichen Methoden zu messen. Dabei kommt es nicht auf angelerntes Wissen an, sondern auf die Fähigkeit, Wissen richtig anzuwenden. Zigtausende Schüler in 31 Nationen waren mit einheitlichen Methoden in den Bereichen Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften getestet worden. Die Schüler hatten die Aufgabe, einfache Texte nicht nur zu lesen sondern auch zu verstehen, einfache logisch-mathematische Aufgaben zu lösen und naturwissenschaftliche Fragen zu bearbeiten.

Die Resultate unter Einbeziehung der besten Länder, der deutschsprachigen Länder und der USA:
Lesekompetenz: 1) Finnland, 10) Österreich, 15) USA, 16) OECD-Schnitt, 18) Schweiz, 22) Deutschland.
Mathematische Kompetenz: 1) Japan, 7) Schweiz, 11) Österreich, 17) OECD-Schnitt, 20) USA, 21) Deutschland.
Naturwissenschaftliche Kompetenz: 1) Korea, 8) Österreich, 14) OECD-Schnitt, 15) USA, 19) Schweiz, 21) Deutschland.

Die Ergebnisse wurden genau analysiert und interpretiert, aber die grundlegenden Erkenntnisse benötigen keine weitere Auslegung. Österreich zeigt relativ gute Ergebnisse, die Amerikaner bewegen sich im Mittelbereich, und für Deutschland ist das Ergebnis eine Schlappe, eine Götterdämmerung für die ratlosen Sozialingenieure.

Die USA haben sich weit besser als erwartet geschlagen. Dies mag erstaunen, da Amerikaner angeblich keine Ahnung von europäischer Geschichte und Geografie haben. Der Vorwurf kehrt sich um, wenn man uns einfache Fragen über amerikanische Geschichte und Geografie stellt. Wie viele Europäer finden auf Anhieb Washington D.C. oder den Staat Washington auf einer Weltkarte? Wer weiß, wann die USA gegründet wurden und was man unter den Neu England-Staaten versteht? Was ist die Hauptstadt von Kalifornien? Die Amerikaner sind jedenfalls nicht so stupid, wie wir Europäer mitunter glauben. In manchen europäischen Regionen gibt es sogar „more stupid white men“.

Nicht genügend!
Reformbedürftige Schule
Virtuelle Bildung
Schulweisheiten
Radikaler Umbau
Intelligenz
Das Wissen der Europäer
Science online

© 2003 Rudolf Öller, Bregenz


Hätten Sie es wirklich gewusst?

Washington D.C. (District of Columbia) ist die Hauptstadt der USA und liegt an der Ostküste zwischen den Staaten Maryland und Virginia;
Washington state (Hauptstadt Olympia) - immerhin die Heimat des Weltkonzerns Microsoft - liegt im Nordwesten der USA an der Pazifikküste;
Die - für amerikanische Verhältnisse sehr kleinen - Neu England-Staaten liegen im Nordosten der USA;
Die Hauptstadt von Kalifornien ist weder San Franzisko noch Los Angeles noch San Diego sondern Sacramento. Seit Arnold Schwarzenegger dort eingezogen ist, ist der Bekanntheistgrad dieser Stadt in Europa etwas gestiegen.
Gründung der USA: Am 2. Juli 1776 erklärte der Kontinentalkongress die Loslösung der Kolonien von der britischen Krone, und am 4. Juli 1776 verabschiedete er die von Thomas Jefferson entworfene Unabhängigkeitserklärung. Der 4. Juli ist seither der Unabhängigkeitstag.