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KOALITIONEN DER ZUKUNFT

„Umweltschutz muss sich lohnen, Umweltzerstörung muss unwirtschaftlich gemacht werden, damit die Dynamik des Marktes für den Schutz der Umwelt mobilisiert werden kann!“ Diese Formel prägte der ehemalige ÖVP-Parteivorsitzende Josef Riegler vor mehr als 10 Jahren. Riegler war dem Denken seiner Zeit voraus, dafür wurde er von den Wählern bestraft. „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, wer zu früh kommt, den bestraft die Geschichte“ bemerkte einmal Präsident Gorbatschow.

Die gängige Politik versucht eine ökologische Schadensminderung durch Einführung von Grenzwerten herbeizuführen. Dies geschieht durch Gesetze und Verordnungen. Eine andere Methode - die "Nullphilosophie" - versucht eine radikale Beseitigung der Schadensursachen. Hier geht es um das Verbot ganzer Produktionszweige. Dieser Weg wurde in Österreich erstmals beim Verbot der Nutzung von Kernenergie beschritten. Im Zeitalter der Globalisierung greifen diese Methoden jedoch nicht mehr. Was nützt ein Verzicht auf Kernenergie, wenn an den Grenzen Kernkraftwerke im Dutzendpaket herumstrahlen?

Das Prinzip der ökosozialen Marktwirtschaft funktioniert anders. Der ökosoziale Ansatz setzt sich zum Ziel, ökologische Anliegen mit ökonomischen Mitteln zu bewältigen. Eine gesunde und intakte Umwelt wird mit entsprechenden Preisen versehen. Der Ge- oder Verbrauch des freien Gutes Umwelt (saubere Luft, sauberes Wasser, gute Bodenqualität) bekommt Preiszettel, die der Knappheit dieser Güter Rechnung tragen. Ökologische Kosten sind nach dem Verursacherprinzip (zB. bei PKWs) in Rechnung zu stellen, dadurch wird die Umwelt dem Markt zugänglich gemacht. Neue Ökosteuern müssen dabei so gestaltet werden, dass gleichzeitig andere Steuern gesenkt werden. In Summe sollte die Abgabenbelastung sogar sinken.

„Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist“ sagte schon der französische Schriftsteller und Maler Victor Hugo. Linke und rechte Parteien und Politiker, die auf antiquarische Ideologien aus dem 19. Jahrhundert setzen, verwalten nur noch die Asche der Geschichte. Die Zukunft wird schon in wenigen Jahren den Koalitionen zwischen ökonomisch und ökologisch denkenden und handelnden Parteien gehören. Das griechische Wort „Oikos“ bedeutet Haushalt. Wirtschaftlicher und natürlicher Haushalt sind auf Dauer nicht zu trennen. „Videant consules!“ pflegten schon die Römer ihren Staatsmann Marcus Tullius Cicero zu zitieren, wenn stürmische Zeiten drohten – „die Mächtigen sollen die Zeichen der Zeit sehen!“

Vergessene Ökologie
Raumschiff Erde
Artensterben
Rachel Carson
Ökologische Steuerreform
Naturschutz

© 2003 Rudolf Öller, Bregenz