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SACHBUCHTIP: "SIX EASY PIECES"

Diesmal wird ein Buch vorgestellt, das sich als bescheidenes Weihnachtsgeschenk für diejenigen eignet, die über das Wesen der Naturwissenschaften etwas erfahren wollen, ohne sich von endlosen mathematischen Formeln die Weihnachtsstimmung verderben zu lassen. Es ist ein Buch für Bildungs-Feinschmecker, denen die Physik bisher zu trocken war und die nun sowohl niveau- als auch humorvoll über diese angeblich so knochige Materie mehr wissen wollen.

Sachbücher gibt es wie Sand am Meer, viele von ihnen enthalten Kapitel, die von anderen Büchern abgeschrieben wurden, die wiederum irgendwo kopiert worden waren usw. Das vorliegende Buch wurde jedoch von einem der größten Physiker, dem Amerikaner Richard Feynman, geschrieben. Feynman (1918 – 1988) war nicht nur ein Genie, er war ein ausgekochtes Schlitzohr, der seinen Freunden ständig Streiche spielte. Er fand – zum Entsetzen der Offiziere in der Atombombenstadt Los Alamos - eine Möglichkeit zum Öffnen geheimer Tresore und er spielte leidenschaftlich gerne auf Bongotrommeln. Während viele seiner Kollegen jahrelang an physikalisch-mathematischen Problemen arbeiteten, erkannte er scheinbar mühelos die Edelsteine im Garten der Naturwissenschaften. Er suchte nicht lange nach Lösungen, er fand sie einfach. So gesehen war Feynman mit seiner begnadeten Intuition Leuten wie Newton (Mechanik), Einstein (Relativitätstheorie), Bohr (Quantenphysik) oder Rutherford (Atomistik) ebenbürtig. 1965 bekam Feynman für seine Theorie der Quantenelektrodynamik den Physiknobelpreis.

Anfang der Sechzigerjahre ließ sich Feynman überreden, am „Caltech“ (eine kalifornische Elite-Universität) für Erst- und Zweitsemester eine Einführungsvorlesung in Physik zu halten. Feynmans Vorlesungen waren geprägt von Humor und einer beispiellosen Fähigkeit, komplizierte Dinge anschaulich erklären zu können. Feynmans Aufzeichnungen sind erhalten geblieben. Aus ihnen entstand 1963 das Werk „Lectures on Physics“, aus dem später das populärwissenschaftliche Buch „Six easy Pieces“ (deutscher Titel: „Sechs physikalische Fingerübungen“) destilliert wurde. Es kommen dabei die Kapitel Atome, Grundlagenphysik, Bedeutung der Physik, Energie, Gravitation und Quantenphysik zur Sprache.

Man darf sich bei Feynmans Werk kein Lehrbuch im üblichen Sinn erwarten. Es handelt sich 'nur' um das schlichte Buch eines gleichermaßen geistreichen wie humorvollen Lehrers, von denen es in den Hörsälen und Schulklassen mehr geben sollte.

(Richard Feynman: „Sechs physikalische Fingerübungen“, Piper; Original: „Six easy Pieces“, Helix Books).

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© 2002 Rudolf Öller, Bregenz