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PASCAL UND DER DRUCK

Wenn vom Druck die Rede ist, denkt man unwillkürlich an den Blutdruck oder den Luftdruck. In der Physik versteht man unter dem Druck eine Kraft, die sich über eine Fläche verteilt. Lange Zeit wurde der Druck in Millimeter Quecksilbersäule oder Torr - benannt nach dem Italiener Evangelista Torricelli - gemessen. Der Luftdruck hat - nach altem Maß - etwa 760 Torr. Inzwischen wird der Druck in der international gültigen Einheit Pascal gemessen. Ein Druck von einem Pascal herrscht dann, wenn sich die Kraft von einem Newton (das entspricht etwa dem Gewicht von 100 Gramm) auf eine Fläche von einem Quadratmeter verteilt. Der durchschnittliche Luftdruck auf Meeresniveau liegt heute bei 101.300 Pascal. Das entspricht immerhin der Last von ungefähr 1 Kilogramm pro Quadratzentimeter.

In der Medizin herrscht trotz aller Fortschritte eine gewisse Tradition, denn der Blutdruck wird nach wie vor (und wahrscheinlich noch in 100 Jahren) in Torr gemessen. Ein erwachsener Mensch sollte einen Blutdruck von 120 bis 140 Torr haben. Das sind 16 bis 18,6 Kilopascal. Der Umrechnungsfaktor von Torr zu Pascal (133) ergibt sich aus der Formel für den hydrostatischen Druck.

Der Namensgeber der Druckeinheit, Blaise Pascal, wurde 1623 in Clermont-Ferrand (Frankreich) geboren. Pascal wurde von seinem Vater unterrichtet und erwies sich bald als mathematisches Wunderkind. Im Alter von 16 Jahren formulierte er einen seiner wichtigen Lehrsätze, der als Pascalscher Satz bekannt wurde.

1642 erfand Pascal eine Rechenmaschine. 1648 bewies er experimentell, dass die Höhe einer Quecksilbersäule in einem Barometer vom Luftdruck abhängt. Diese Entdeckung bestätigte die Hypothese des italienischen Physikers Torricelli über die Wirkung des Luftdruckes. Wenige Jahre später formulierte Pascal zusammen mit dem Mathematiker Pierre de Fermat die Grundlagen der Wahrscheinlichkeitsrechnung, die heute große Bedeutung im Versicherungswesen hat. Zu Pascals großen Leistungen zählt auch das Pascalsche Gesetz, das besagt, dass sich der Druck in Flüssigkeiten gleichmäßig in alle Richtungen ausbreitet.

Pascals letztes großes Werk war "Gedanken zur Religion und zu einigen anderen Themen". In diesem philosophisch-theologischen Buch versuchte Pascal, die Schwierigkeiten des menschlichen Lebens mit der Lehre von der Erbsünde in Einklang zu bringen. Pascal war einer der ganz großen Mathematiker und Physiker und ein bedeutender christlicher Mystiker. Pascals Name lebt nicht nur in der Einheit des Drucks weiter. Auch eine bekannte Programmiersprache wurde nach ihm benannt.

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© 2002 Rudolf Öller, Bregenz