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TÖDLICHE HIRNGESPINSTE

US-Feuerwehrmann Gordon Brewer verliert bei einem Terroranschlag seine Familie. Die Rede ist hier nicht vom aktuellen New York-Desaster sondern vom neuen Film "Collateral Damage" ("Zusätzlicher Schaden") mit Arnold Schwarzenegger. Der Film sollte in Kürze in den amerikanischen Kinos anlaufen, doch der Start wurde wegen der Terroranschläge auf unbestimmte Zeit verschoben.

Die Frage nach dem Ursprung des Fanatismus wird nicht erst seit dem Schreckenstag von New York und Washington gestellt. Die Antwort auf diese Frage ist jedes Mal gleich unbefriedigend, denn das Fundament unserer Vernunft, auf dem wir Menschen zu stehen glauben, ist nicht felsenfest sondern hauchdünn. Beispiele dafür gibt es genug, angefangen von den Hexenverbrennungen des Mittelalters über Auschwitz bis hin zum blinden Fanatismus moderner Gotteskrieger.

Der Ursprung tödlicher Verblendung liegt in einer unheilvollen Kombination zweier Gegebenheiten. Erstens braucht es eine bestimmte Gesinnung oder eine obskure Lehre. Zweitens muss es jemand geben, der von der absoluten Wahrheit dieser Gesinnung oder Lehre überzeugt ist. Kommt dann noch die Gewissheit dazu, dass man die Welt mit Hilfe der Heilslehre retten müsse, ist der Sprengsatz bereits scharf gemacht. Freies und offenes Denken, wie es in den Naturwissenschaften gepflegt wird, ist vergleichsweise harmlos. Wegen der Quantenphysik oder einer mathematischen Formel wurde bisher kein Mensch getötet.

Der Islam ist eine traditionelle Religion wie andere auch. Der "Islamismus" entstand jedoch erst vor wenigen Jahrzehnten. Es handelt sich dabei nicht um eine Rückbesinnung auf das Religiöse sondern um eine eigenständige kulturell-politische Revolte. Sayyid Qutb, genannt auch Syyed Qutb (1906-1966), war der erste Autor, der den islamischen Gottesstaat propagierte. Qutb entwickelte nach einem USA-Aufenthalt (1948-1950) einen abgrundtiefen Hass auf die westliche Demokratie. Seine Schrift "Wegmarken" gilt als Handbuch der islamischen Revolution schlechthin. Als Anhänger der radikalen Muslimbruderschaft in Ägypten wurde Qutb zunächst zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt und 1966 am Galgen hingerichtet, was ihn zum Märtyrer machte. In seinem Buch "Der Weltfriede und der Islam" schrieb er unter anderem, dass der Weltfriede erst dann gewährleistet ist, wenn der Gottesstaat weltweit (!) errichtet wird.

Die Gefahr droht also nicht nur von rechts oder links, sie lauert überall. Die Doktrin der Rassenreinheit, die intolerante Klassenideologie, die Gottesherrschaftslehre und andere Torheiten - sie alle quellen aus dem gleichen Spundloch tödlicher Hirngespinste. Der Kampf gegen sie dauert weiter an.

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© 2001 Rudolf Öller, Bregenz