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AKTIVE LEBENSHILFE

Fast tagtäglich verkünden die Wissenschaftsseiten der Medien neue und fantastische Erkenntnisse aus dem Bereich der Medizin. Die Menschheit wird, so entsteht der Eindruck, täglich jünger, schöner und gesünder. In Wahrheit werden wir alle im Schnitt älter, weil geeignete Arbeitsbedingungen, gesündere Nahrung und eine verbesserte Diagnostik verbunden mit passenden Medikamenten den Todeszeitpunkt hinausschieben können. Eine gut ausgebildete Ärztezunft, gut geschultes Pflegepersonal, Röntgenapparate, Kernspintomografen und vieles mehr sind aber nicht umsonst zu bekommen. Das kostet Geld, viel Geld sogar.

Trotzdem wird ein erheblicher und kostengünstiger medizinischer Bereich manchmal übersehen: Die Erste Hilfe. Das Rote Kreuz bildet die Bevölkerung im Bereich Erste Hilfe aus, und Tausende Menschen nehmen diesen Dienst in Anspruch. Es gibt beispielsweise seriöse Schätzungen, wonach bei der Hälfte aller tödlich verlaufenden Herzinfarkte die Patienten durch Erste Hilfe hätten gerettet werden können. Der sowohl menschliche als auch volkswirtschaftliche Aspekt der Ersten Hilfe ist somit unbestritten.

Am 8. Mai 1828 wurde der Schweizer Henri Dunant geboren. Er war Menschenfreund, Schriftsteller und Begründer des Roten Kreuzes. Dunant war bestürzt über den Zustand der Verwundeten, die er 1859 in der Nähe des Schlachtfeldes von Solferino im Französisch-Österreichischen Krieg sah. 1862 schrieb er das Buch "Eine Erinnerung an Solferino", in dem er vorschlug, eine parteilose Organisation zu bilden, die in Kriegszeiten verletzten Soldaten helfen sollte. Zwei Jahre später wurde das Internationale Rote Kreuz gegründet. 1901 erhielt Dunant zusammen mit dem französischen Staatsmann Frédéric Passy den Friedensnobelpreis.

Der Geburtstag von Henri Dunant ist der Tag des Roten Kreuzes. Für die humanitär gesinnten Menschen ist dieser Tag bedeutsam. Dunants Vermächtnis, das Rote Kreuz, hat bereits unzähligen Ländern geholfen, durch Rettungsorganisationen, Ausbildung in Erster Hilfe, diverse Sozialdienste und viel andere Maßnahmen wirtschaftliche und menschliche Schäden zu begrenzen.

Sterbehilfe gibt es heute überall. Man braucht gar nicht ins Land der erlaubten Sterbehilfe Holland zu blicken. Aktiv (und unfreiwillig) zu Tode gebracht wird man überall dort, wo Fanatiker, Übergeschnappte und Skrupellose am Drücker sind, wie im Nahen Osten, in den Bürgerkriegsregionen Afrikas oder bei den Schlepperbanden und Drogendealern, denen ein Menschenleben nichts bedeutet. Die verantwortungsbewussten Menschen dieser Welt betreiben hingegen aktive Lebenshilfe. Der 8. Mai ist ihr großer Tag.

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© 2001 Rudolf Öller, Bregenz