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137

Manche Dinge verfolgen Menschen ein Leben lang. Egal ob es sich um eine Scheidung, den Tod eines lieben Menschen oder eine angstvoll erlebte Abschlussprüfung handelt – irgend einen wunden Punkt hat fast jeder. In den Wissenschaften können auch schwach abgesicherte Theorien oder Fehlspekulationen das Seelenleben eines Menschen belasten. Es gibt auch Fälle, in denen Zahlen dringend gesucht werden, wie etwa die so genannte „Hubble-Konstante“. Wäre diese Zahl bekannt, dann wüsste man über das Alter des Universums Bescheid.  Man kennt die Zahl nicht, zumindest nicht so genau, wie man gerne möchte, daher ist das Alter des Universums (noch) nicht genau bestimmbar.

Merkwürdig und beklemmend ist es, wenn eine Zahl zwar bekannt ist, die Bedeutung dieser Zahl jedoch im Nebel der Unwissenheit schwebt. Die Zahl 137 ist eine dieser geisterhaften Zahlen.

Der Nobelpreisträger, Physiker und langjährige Direktor des gigantischen amerikanischen Teilchenbeschleuniger-Labors „Fermi-Lab“, Leon Lederman, wohnte in der Nähe seiner Arbeitsstätte, 137 Eola Road. Die Hausnummer hatte er sich selber ausgesucht. Die Idee stammte von einem genialen Physiker, dem Amerikaner Richard Feynman. Dieser hatte einmal gesagt, alle Wissenschafter der Welt sollten sich einen Zettel mit der Zahl 137 über die Tür nageln, um jederzeit daran erinnert zu werden, wie wenig wir über die innere Natur unserer Welt wüssten.

137 ist der mathematische Kehrwert der so genannten „Feinstrukturkonstante Alpha“ des deutschen Physikers Arnold Sommerfeld (1868-1951). Die Zahl Alpha hängt mit der Wahrscheinlichkeit zusammen, mit der ein elektrisch geladenes Teilchen an ein Photon (Lichtteilchen) gekoppelt ist. Diese Zahl 137 enthält im Prinzip alle Fragen und Geheimnisse, die mit der Lichtgeschwindigkeit, der Quantenphysik, der Relativitätstheorie und anderen fundamentalen Theorien über die Natur zusammenhängen. Alpha zählt gewissermaßen zum inneren Mysterium der Materie, das bisher kein Nobelpreisträger durchdringen konnte.

Das Absonderliche an der Zahl ist nicht nur ihr Wert, sie hat auch keine technische Einheit. Die Länge wird in der Einheit Meter gemessen, die Masse in Kilogramm, die Stromstärke in Ampere oder die Energie in Joule. Alpha ist dagegen nackt und hat keine Einheit. Der österreichische Physiker und Nobelpreisträger Wolfgang Pauli fühlte sich bis zum Tod von der ominösen Zahl 137 gequält. Er grübelte noch in den letzten Stunden seines Lebens über deren Bedeutung. Als es mit ihm zu Ende ging, lag Pauli in einem Krankenhaus. Einem Physiker-Kollegen fiel auf, dass sein Zimmer die Nummer 137 hatte.

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© 2000 Rudolf Öller, Bregenz