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AIDS 1999

Die durch Virusinfektion erworbene Immunschwäche AIDS scheint aus dem Bewusstsein der Menschen zu entschwinden. Dies hat vor allem zwei Gründe. Erstens wird jedes Jahr zu Beginn des Advents der Welt-AIDS-Tag begangen, dem man inzwischen ähnliche Bedeutung zumisst wie dem Weltmilchtag oder dem Tag des Apfels. Zweitens wird alle paar Monate über einen „sensationellen Erfolg“ in der AIDS-Forschung berichtet. Diese „Durchbrüche“ sind nichts anderes als vorschnelle Veröffentlichungen, welche die baldige Realisierung einer Heilung von AIDS versprechen, doch alle Verheißungen waren bisher vergebens.

Die Wahrheit ist schonungslos, denn die Immunschwächekrankheit AIDS ist immer noch unheilbar. Mit Hilfe teurer Medikamente, die unangenehme Nebenwirkungen zur Folge haben, kann das Leben verlängert werden, aber Heilung gibt es, wie gesagt, noch keine.

In wichtigen Detailfragen ist die Wissenschaft immer noch nicht von der Stelle gekommen. 16 lange Jahre nach dem ersten Bericht über AIDS-Erkrankungen bei Kindern von Müttern mit HIV-Risiko befinden sich sowohl der Zeitpunkt der Ansteckung als auch der Weg der Infektion von der Mutter auf das Kind noch immer in der Grundsatzdiskussion. Es ist möglich, dass es entweder bereits bei der Befruchtung, bei der Einnistung oder während der Schwangerschaft zu einer Infektion im Mutterleib kommt. Das AIDS-Virus HIV konnte man im Embryonengewebe von Aborten und auch in den weißen Blutkörperchen des Mutterkuchens der ersten Schwangerschaftsphase nachweisen. Die wissenschaftliche Diskussion über die Infektionswege ist nach wie vor im Gange. Wichtige Fragen sind auch weiterhin teilweise unbeantwortet.

Besonders unangenehm sind die vielen Nebenwirkungen der Medikamente, die das Leben des HIV-Patienten verlängern sollen. Im Internet kann man unter http://www.hiv.net alle betrüblichen Details in Erfahrung bringen. Da heißt es unter anderem: „Eine periphere Neuropathie mit Brennen, Kribbeln und Schmerzen bilateral vor allem an den Fußsohlen tritt bei 16% der Patienten auf. Sie ist nach Absetzen der Substanz meist reversibel.“ Im Klartext: Ein Nervenleiden bewirkt in Armen und Beinen ein Brennen und Jucken. Wenn man das Medikament absetzt, ist der Spuk zu Ende. An anderer Stelle ist von Müdigkeit, Taubheit, Schmerzen, Krämpfen, Schwindel, Benommenheit, Schmerzen in der Nierengegend, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Erbrechen usw. die Rede.

AIDS hat sein Grauen noch lange nicht nicht verloren. Fast 20 Jahre nach der Entdeckung der Krankheit ist eine Heilung nicht in Sicht. Alle bisherigen Appelle zur Aufklärung und Vorsicht müssen somit aufrecht bleiben.

Die vergessene Epidemie (2003)
Aids 2000
Gefährliche Aids-Mythen
Aids 1997
Aids und BSE
Science online

© 1999 Rudolf Öller, Bregenz