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ALZHEIMER

Die Alzheimer-Krankheit ist nach dem deutschen Arzt Alois Alzheimer benannt, der dieses Gebrechen 1906 erstmals beschrieb. Es handelt sich um eine Erkrankung des Gehirns, die heute als eine der schlimmsten Ursachen für geistigen Verfall bei älteren Menschen gilt. Diese Krankheit hat in Deutschland etwa eine Million Menschen befallen. Der prozentuale Anteil bei Menschen über 65 schwankt weltweit stark. Die Werte liegen zwischen etwa 1 Prozent in China und 12 Prozent in einigen Staaten der westlichen Welt. Tendenz steigend. Mit dem Alter nimmt die Häufigkeit der Erkrankung zu, aber es gibt keinen Beweis dafür, daß sie durch den Alterungsprozeß verursacht wird.

Menschen, die Kleinigkeiten vergessen ("wo hab ich nur meine Schlüssel hingelegt"), müssen nicht befürchten, daß es sich um das Anfangsstadium von Alzheimer handelt. Alltagsvergeßlichkeit kommt auch bei jungen, meist hyperaktiven Menschen, regelmäßig vor.

Die "Alzheimer Association" in Chicago und andere Vereine haben verständlich geschriebene Merkblätter herausgegeben. Mit deren Hilfe kann man verdächtige Symptome überprüfen. Man geht beispielsweise in ein Einkaufszentrum und hat vergessen, was man dort kaufen wollte. Das kann passieren. Wenn man aber nicht mehr weiß, wie man nach Hause kommt, wird die Sache bedenklich. Wenn der Onkel den Geburtstag der Lieblingsnichte vergessen hat, ist dies kein besorgniserregendes Anzeichen, wenn er jedoch ihren Namen vergessen hat, dann ist dies ein Alarmzeichen.

Weitere Merkmale sind schnell aufgezählt. Fachbegriffe wie z.B. "Tomographie" oder "Diabetes" zu vergessen ist harmlos, aber einfache Dinge wie etwa Zahnbürsten oder Kaffeetassen nicht mehr benennen zu können, ist beunruhigend. Alzheimer-Patienten verlieren manchmal den Überblick. Sie legen Armbanduhren in Waschmaschinen oder Zigaretten in Zuckerdosen. Bei Fortschreiten der Krankheit verändert sich der Charakter. Das Sprechen fällt schwer,

Gleichgewichtsstörungen treten auf, Müdigkeit kann zum Dauerzustand werden, deutliche Stimmungsschwankungen machen das Leben der Angehörigen strapaziös, und ein zunehmender Mangel an Initiative - die Patienten vergessen das Mittagessen zu kochen - führt zu Gewichtsverlust.

Die Krankheitsursache kennt man nicht, so daß nur eine lindernde Therapie möglich ist. Bei der Obduktion findet man einen Schwund von Zellen und Zellverbindungen in dem Teil des Gehirns, der für die erkennenden Funktionen verantwortlich ist. Weltweit wird mit Druck an einer Verbesserung von Frühdiagnose und Therapie gearbeitet, denn Alzheimer bewirkt den Verlust der Persönlichkeit. Eine Krankheit, die vor allem den Angehörigen der Patienten seelische Schmerzen bereitet.

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© 1999 Rudolf Öller, Bregenz