zurück 1999 vorwärts

MEDIZINTECHNIK

Bezeichnungen wie "Gerätemedizin" oder "Reparaturmedizin" werden in manchen Veröffentlichungen in Konkurrenz zu Begriffen wie "Naturmedizin" oder "Naturheilverfahren" gestellt. Dabei wird nicht selten der falsche Eindruck erweckt, daß eine Medizin, die sich moderner Geräte bedient, herzlos sei. Es waren und sind jedoch technische Errungenschaften, die gemeinsam mit ärztlicher Kunst ungezählte Menschenleben gerettet haben.

Vor 75 Jahren, im Jahr 1924, erhielt der Holländer Willem Einthoven den Medizin-Nobelpreis für die Erfindung des Elektrokardiographen. Die Elektrokardiographie ist eine Methode zur Aufzeichnung der elektrischen Vorgänge am Herzen. Der Herzschlag wird durch eine Folge elektrischer Entladungen in Gang gesetzt, die von einem Nervenknoten im Herz, dem sogenannten Sinusknoten, ausgehen und sich bis zu den Herzkammern fortpflanzen. Mit Elektroden, die man am Körper anbringt, kann man diese Ströme messen und aufzeichnen. Die so erhaltene Herzstromkurve nennt man Elektrokardiogramm (EKG). EKGs sind in der Medizin unverzichtbar geworden, weil sie die Ursachen von Herzerkrankungen oder sogar drohende Herzinfarkte anzeigen können. Jeder Notarzt im Rettungseinsatz hat heutzutage routinemäßig ein EKG-Gerät bei sich um es im Bedarfsfall an Ort und Stelle einsetzen zu können.

Computertomographen (CT) sind Geräte, bei denen eine Röntgenröhre mit hoher Geschwindigkeit um den Patienten herumbewegt wird. Diese Röhre erzeugt einen fächerförmigen Röntgenstrahl, der den Körper in den gewünschten Ebenen durchstrahlt. Die gewonnenen Signale werden weiter verarbeitet. Aus zigtausenden Einzelaufnahmen komponiert ein Computer dreidimensionale Bilder, mit deren Hilfe Verletzungen wie etwa Knochenbrüche genau lokalisiert werden können.

Die Kernspintomographie - auch als MRT (Magnetresonanz-Tomographie) bezeichnet - beruht auf einem besonderen atomaren Effekt. Atomkerne bestehen aus elektrisch geladenen Protonen und neutralen Neutronen. Die Eigenrotation (der "Spin") der Protonen erzeugt ein schwaches atomares Magnetfeld. Für die Kernspintomographie werden Atome mit einem nach außen wirkenden magnetischen Feld verwendet. Der wichtigste Atomkern mit einer ausreichenden Signalstärke ist der Wasserstoffkern, der in genügend großer Anzahl im menschlichen Körper vorhanden ist. Mit Hilfe starker Magnetfelder bringt man die Magnetfelder der Atomkerne zum Kippen, was wiederum meßbare elektrische Signale erzeugt. Generell ist die Kernspintomografie aufgrund der hohen Kontraste von Weichteilen für den Nachweis von Tumoren und Entzündungen gut geeignet.

Die Medizintechnik kann eine humane Behandlung der Patienten nicht ersetzen, aber sie half mehr Menschen zu heilen oder deren Leben zu retten als je zuvor.

Mikroskop
Virenjäger
Resistenz
Pharmazie

Aspirin, Viagra & Co
Vakzination (Jenner)

Ehrlich und Behring
Bild der Wissenschaft

© 1999 Rudolf Öller, Bregenz