zurück Übersicht weiter

RADIOAKTIVE ELEMENTE

Marie Curie wurde als Marja Sklodowska 1867 in Warschau geboren. 1891 ging sie nach Paris. Dort änderte sie ihren Namen in Marie und schrieb sich an der Sorbonne ein. Zwei Jahre später bestand sie die Abschlußprüfung für Physik mit Auszeichnung. 1895 heiratete sie Pierre Curie. Pierre Curie war Fachmann für Magnetismus. Er entdeckte unter anderem, daß magnetische Substanzen bei bestimmten Temperaturen ihren Magnetismus verlieren. 1895 wurde Pierre Curie Professor an der "École de Physique et de Chimie" in Paris.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten Henri Becquerel die Radioaktivität und Wilhelm Röntgen die nach ihm benannten Strahlen entdeckt. Marie Curie interessierte sich für diese unsichtbaren und energiereichen Strahlungen. Mit Hilfe spezieller Meßverfahren, die ihr Ehemann entwickelt hatte, verfolgte sie die von Pechblende - einem uranhaltigen Erz - ausgehende Strahlung. Als sie nachweisen konnte, daß die Strahlung des Erzes intensiver war als die des Urans, vermutete sie, daß im Erz noch unbekannte Substanzen enthalten sein müßten. Marie Curie verwendete dabei als erste Forscherin den Begriff "radioakte Elemente".

Pierre Curie beendete bald seine eigenen Arbeiten, um sich an der Forschung seiner Ehefrau zu beteiligen. 1898 konnten die Curies schließlich die Entdeckung zweier neuer Elemente bekanntgeben. Polonium und Radium. Polonium wurde von Marie zu Ehren ihrer Heimat Polen so benannt, und Radium bedeutet nichts anderes als "das Strahlende".

Die Isolierung des Radiums war eine Knochenarbeit. Innerhalb weniger Jahre hatte die zierliche Frau eine Tonne Pechblende bearbeitet, um aus dieser Menge an Gestein in mühseliger Kleinarbeit den Bruchteil eines Gramms Radium zu gewinnen. 1903 erhielt das Ehepaar Curie gemeinsam mit Henri Becquerel den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung radioaktiver Elemente. Marie Curie war die erste Frau, der ein Nobelpreis zugesprochen wurde.

Pierre Curie, inzwischen Professor für Physik an der Sorbonne und Mitglied der französischen Akademie, wurde 1906 bei einem Unfall tödlich verletzt. Marie Curie war nun gezwungen, ohne ihren Ehemann weiterzuarbeiten. 1911 erhielt sie - eine nie dagewesene Sensation - einen zweiten Nobelpreis, dieses Mal in Chemie. Marie Curie erkrankte später an einer Blutkrankheit, die durch die Strahlung ausgelöst worden war und starb im Jahre 1934.

Das Ehepaar Curie hatte zwei Töchter, von denen eine ebenfalls Nobelpreisträgerin wurde. Irène Joliot-Curie und ihr Ehemann Frédéric erhielten 1935 den Nobelpreis für Arbeiten im Bereich der Radiochemie.

N-Strahlen
Antimaterie
Urangeschoße
Radioaktivität

© 1998 Rudolf Öller, Bregenz