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DIE ATOMARE LUNTE

Die gewaltsamsten aller Vernichtungswaffen sind die Atombomben. Eine einzige dieser Kriegswerkzeuge vernichtet eine ganze Region. Trifft eine Atombombe ein Kernkraftwerk, kann ein halber Kontinent auf Menschengedenken unbewohnbar gemacht werden.

Es gibt im Prinzip zwei Arten von atomaren Sprengköpfen - die Spaltungs- und die Fusionswaffen. Bei den Spaltungsbomben werden schwere Atomkerne - das ist in der Regel Plutonium - mit Hilfe von Neutronen gespalten. Die Fusions- oder Wasserstoffbomben beziehen ihre Energie aus der Fusion (Verschmelzung) von leichten zu schwereren Atomkernen. Als Fusionsmaterial wird Wasserstoff verwendet, daher der Name. Bei der atomaren Verschmelzung von zwei Kilogramm Wasserstoff zu Helium wird eine Energie von rund 1000 Billionen Joule frei.

Die ersten Atommächte wußten, worauf sie sich eingelassen hatten. Sie entwickelten technische und politische Maßnahmen, um die Wahrscheinlichkeit eines Atomkrieges möglichst gering zu halten. In jahrelangen Untersuchungen beschäftigten sich Amerikaner und Sowjets mit der Frage, ob auch nach einem atomaren Direktschlag nuklear bestückte Interkontinentalraketen gestartet werden könnten. So wurden die 150 Raketensilos und 15 atomaren Kontrollstellen in der Nähe des Luftwaffenstützpunktes "Whiteman" in Missouri besonders "gehärtet". Elektronische Überwachungssysteme wie AWACS oder AEGIS und jede Menge Spionagesatelliten sollten keine Überraschungen zulassen. Politische Abkommen (SALT und START) zwischen den USA und Russland sowie der Zusammenbruch des Kommunismus leiteten schließlich das Ende der unmittelbaren Gegnerschaft ein.

In Asien ist die Situation spannungsgeladen. Indien, Pakistan und China verfügen nicht nur über atomare Sprengköpfe sondern auch über Trägersysteme. Die indische Prithvi-Rakete ist nach einem indischen Fürsten des 12. Jahrhunderts benannt. Die pakistanische Ghauri-Rakete trägt den Namen des Feldherrn, der Fürst Prithvi einst militärisch besiegt hatte. Indiens Beziehungen zu Pakistan, soferne dieser Ausdruck überhaupt zulässig ist, sind von Haß gekennzeichnet. Auch die Beziehungen zu China sind schlecht, nachdem chinesische Truppen 1962 in indische Hoheitsgebiete im Himalaya eindrungen waren.

Die enorme Gefahr, in der sich die Region befindet, zeigt ein Zwischenfall aus dem Jahr 1995. Norwegische Wissenschaftler schossen im Jänner eine Höhenforschungsrakete ab um Nordlichter zu untersuchen. Russische Radarstationen erfaßten den Flugkörper und schlugen sofort Alarm. Boris Jelzin hatte bereits den Finger am sprichwörtlichen roten Knopf, als endlich Entwarnung gegeben wurde.

Indien, Pakistan und China verfügen über vergleichsweise mangelhafte Abwehrsysteme. Dies bedeutet, daß in Asien die atomare Lunte brennt.

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© 1998 Rudolf Öller, Bregenz