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MURPHYs GESETZ (2)

Murphys Gesetz, wonach alles schiefgeht, was schiefgehen kann, darf man in der närrischen Zeit auch humorvoll interpretieren. Murphys Gesetz kann man in diesem Sinne umformulieren: Die Natur ergreift immer die Partei des versteckten Fehlers. Der ultimative Paragraph von Murphy lautet: Früher oder später wird immer das Allerschlimmste passieren. Daraus kann man schlußfolgern: Alles was gut beginnt, endet schlecht. Alles was schlecht beginnt, endet furchtbar.

Murphys Gesetz kann man wissenschaftlich unterteilen in Haushaltsmurphologie, Computermurphologie und andere Bereiche. Murphy-Experten werden auch als Murphynisten bezeichnet.

Jeder Realist beherzigt § 7 von Murphys Grundgesetz: Lächle, denn morgen ist alles noch viel schlimmer. Techniker wissen außerdem: Wenn etwas scheinbar nicht schiefgegangen ist, dann ist es doch schiefgegangen. Es sieht nur richtig aus. Optimisten sollten selbstverständlich das Pessimisten-Gesetz nach Murphy kennen: Negative Erwartungen ergeben negative Ergebnisse, positive Erwartungen ergeben ebenfalls negative Ergebnisse.

Für Kunden gelten vier Murphyregeln: (1) Alle Angaben eines Herstellers über die Leistungen eines Geräts müssen durch die Werte 2 bis 7 dividiert werden. (2) Lieferversprechungen eines Herstellers müssen mit dem Faktor 4 bis 12 multipliziert werden. (3) Garantieklauseln werden mit der Bezahlung der Rechnung ungültig. (4) Ein Fehler tritt erst dann auf, nachdem die letzte Kontrolle durchlaufen worden war.

Für Computeranwender gilt grundsätzlich folgende Wahrheit: Jedes Computerprogramm, das installiert wird, ist bereits am ersten Tag der Anwendung veraltet.

Besonders wichtig ist die Organisationsmurphologie in Betrieben. § 1 lautet: In jeder Organisation gibt es eine Anzahl von Positionen, die mit Versagern besetzt werden müssen. Die Folge liegt auf der Hand: Sobald ein Versager aus einer Organisation ausscheidet, muß ein neuer eingestellt werden.

Zu beherzigen wäre auch § 5: Was dir auf einer Ebene eine Belobigung einbringt, bringt dich auf einer anderen um, und § 7 lautet: Wenn zwölf Leute die Arbeit von einem machen, dann ist das ein Ausschuß .

§ 13 der Politmurphologie lautet: Wenn ein Politiker eine Idee in die Tat umsetzen will, dann hat er sie falsch verstanden. Daraus folgt unmittelbar § 14: Wenn die Fakten nicht stimmen, dann führt Logik unweigerlich zu einem falschen Ergebnis. Nur ein paar Denkfehler geben dann noch eine geringe Chance, wenigstens zufällig richtig zu liegen.

Schließlich die allerletzte Regel der Arbeits-Murphologie: Wenn alles andere versagt, versuch es zuletzt mit dem Vorschlag des Chefs!

Untauglich!
Professor F. in den Favelas
1 Dollar Patente
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© 1998 Rudolf Öller, Bregenz