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INFORMATIONSGESELLSCHAFT

Vor 50 Jahren, im Dezember 1947, wurde erstmals die Verstärkung von Tonfrequenzen mit einem Transistor vorgeführt. Für diese revolutionäre Erfindung, die in den Bell-Laboratorien im US-Bundesstaat New Jersey gemacht wurde, erhielten die amerikanischen Forscher Bardeen, Brattain und Shockley später den Physik-Nobelpreis.

Transistoren werden als schnelle Schalter, insbesondere aber als Verstärker in der Kommunikationstechnik und zur Steuerung von Computersystemen eingesetzt. Verstärker sind aus der Elektronik nicht mehr wegzudenken. Meist geht es darum, schwache Signale zu verstärken, wie etwa den elektrischen Strom einer Antenne bei einem Empfangsgerät, das schwache elektrische Signal einer Photozelle, den Strom in Telephongegeräten und andere Arten von Signalen.

Die logische Weiterentwicklung des Transistors lag in seiner Verkleinerung. Im Laufe der Jahre wurden die Transistoren zierlicher und immer schneller. Die vorläufige Endstufe ist die Verpackung tausender Transistoren und anderer Schalter in Form der Mikroprozessoren, allgemein bekannt als "Computerchips".

Der Transistor hat eine Entwicklung eingeleitet, die wir als "Informationsgesellschaft" bezeichnen. Radio, Fernsehen, Video, Funk, Computer, Telefon, Fax - all diese Dinge, die wir für unentbehrlich halten, wären ohne Transistor unvorstellbar. Bereits 1959 kam die erste transistorgesteuerte elektronische Uhr auf den Markt.

Über den Begriff der Informationsgesellschaft sind schon ganze Bibliotheken geschrieben worden. Die Informationswissenschaft ist relativ einfach definiert. Es handelt sich um die Wissenschaft von der Ordnung, Speicherung, Darstellung, Verbreitung und Präsentation von Information. Unsere Gesellschaft soll nun angeblich diese Eigenschaften irgendwie aufweisen. Wie sonst käme man auf den Begriff Informationsgesellschaft? In erster Linie können Informationen rascher weitergegeben werden. Man kann mit dem Handy beispielsweise ganz schnell die Meldung absetzen, daß man im Stau steckt und erst eine Stunde später zur Arbeit kommen werde.

Bei aller Begeisterung über die Möglichkeit, Informationen rasch weitergeben und empfangen zu können, vergißt unsere Gesellschaft gerne nach der Qualität zu fragen. Das Internet beispielsweise, der weltumspannende elektronische Altar der schnellen Information, ist so voll von Informationen, daß es nichts gibt, was man nicht nach kurzer Suche finden könnte.

Wir sollten die Warnung des österreichischen Nobelpreisträgers Konrad Lorenz ernst nehmen, wonach die Gefahr der geistigen Manipulation der Menschen nie unterschätzt werden darf. Nur gute Bildung und Ausbildung befähigt die Menschen, Informationen kritisch und gewinnbringend zu verarbeiten. Die Bildungsgesellschaft muß daher mindestens den gleichen Status erhalten wie die Informationsgesellschaft.

Denkende Maschinen
2001-Odyssee der Menschheit
Virtuelle Realität
Virtuelle Bildung
Die Drohnenschlacht
Der Spiegel

© 1997 Rudolf Öller, Bregenz