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DER SONNEN-SCHEIN

Energie kann man nicht aus dem Nichts erzeugen, man kann sie nur umwandeln. Dieses Naturgesetz ist erst vor gut hundert Jahren ins Bewußtsein der Wissenschaft gedrungen. Die Energiemengen, die unsere Industriestaaten in Form von Kohle, Öl und Erdgas benötigen, stammen fast ausschließlich von der Sonne. Diese merkwürdig klingende Feststellung ist leicht zu verstehen. Kohle, Öl und Gas sind Reste von Pflanzen und Kleinstlebewesen. Ökologische Systeme haben bereits vor Urzeiten die Energie der Sonne in kohlenstoffhaltige Substanzen umgewandelt. Diese fossilen Energiereserven (lateinisch "fossus"=vergraben) sind in Jahrmillionen gewachsen und wurden im Inneren der Erde zu Kohle, Öl und Gas umgewandelt. In wenigen Jahrzehnten werden sie verbraucht sein.

Auch die Energie, die wir aus den Wasserkraftwerken holen, ist nichts anderes als umgeformte Sonnenenergie. Wasser, welches eine Turbine betreibt, mußte vorher mit Hilfe der Sonnenwärme zu Wolken verdunstet werden.

Im Jahre 1972 erschien ein Bericht des "Club of Rome", der Geschichte machen sollte. "The Limits of Growth" (ein Jahr später als "die Grenzen des Wachstums" im deutschsprachigen Raum erschienen) zeichnete ein düsteres Bild. Schon in wenigen Jahrzehnten, so wurde verkündet, gelangten das Bevölkerungswachstum sowie Energie-, Rohstoff und Bodenverbrauch an natürliche Grenzen.

In der Zwischenzeit sind 25 Jahre vergangen. Manche der damals publizierten Zahlen mußten angepaßt werden. An der Grundaussage der Forscher des berühmten "Massachusetts Institute of Technology" hat sich wenig geändert: Die Förderung fossiler Energiereserven wird im Laufe der nächsten Jahrzehnte zurückgehen und somit sehr viel teurer werden.

Welche Alternativen gibt es? Die Energie aus Wasserkraftwerken spielt nur in Gebirgsländern eine Rolle. Weltweit ist die Energieausbeute aus der Wasserkraft ebenso bescheiden wie aus der lange Zeit überschätzten Atomkernspaltung. Die direkte Nutzung umweltfreundlicher Energien durch Windräder sowie durch Sonnenkollektoren (Warmwasser) und Solarzellen (elektrischer Strom) spielen mengenmäßig noch keine Rolle. Zudem sind sie noch relativ teuer und wirtschaftlich wenig attraktiv. Dies kann sich jedoch bald ändern.

Fortschritt kam niemals von Menschen, welche alte und bestehende Systeme zum Maßstab der Entwicklung nahmen. In diesem Sinne hat die Stadt Bregenz einen ungewöhnlichen Schritt gesetzt und bietet sogenannte "Sonnen-Scheine" zum Kauf an. Diese Sonnen-Scheine sind eine finanzielle Beteiligung an öffentlichen Solar-Anlagen, welche Solarstrom erzeugen und ins Strometz einleiten. Informationen über diese interessante und zukunftsweisende Aktion können beim Umweltamt der Stadt Bregenz angefordert werden. (Stand 1997)

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© 1997 Rudolf Öller, Bregenz