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DER NEUE MENSCH

"Scientology" setzt sich zusammen aus dem lateinischen "scientia" ( Wissenschaft oder Wissen) und dem griechischen "logos" (Lehre) und bedeutet somit "Die Lehre vom Wissen."

Scientology versteht sich als Abschluß des bisherigen Suchens der Menschheit und möchte alle Bereiche des Lebens auf endgültige Weise "klären". Das Gebiet der geistigen menschlichen Genesung fällt laut Scientology in den Bereich der sogenannten "Dianetik". Scientology behauptet, menschliche Wesen zu höheren Stadien des Seins bringen zu können. Diese und ähnliche Weltanschauungen sind nicht neu, es sind uralte Phantasien, mit deren Hilfe man mit beiden Beinen fest in den Wolken stehen kann.

Das Gespenst der Bevormundung kriecht seit Menschengedenken aus den Hirnen und Manuskripten zahlloser Philosophen und - schlimmer noch - ihrer politischen Vollstrecker. Dieser Ungeist ruft nach Steuerung und Prägung. Dergleichen wollte man freilich nie offen zugeben, daher erfand man die Philosophie des "neuen Menschen". Beinahe jedes Jahrhundert hat nach ihm gerufen, aber der "neue Mensch" war immer nur ein Yeti der Ideologen: Alle sprachen von ihm, aber keiner hat ihn je gesehen. Nichtsdestoweniger hatten die Ideologen stets eine bestimmte Vorstellung von dem, wie die Geschichte des neuen Menschen funktioniert, und wie glückselig er sein müsse.

Lange Zeit hieß der neue Mensch "homo novus". Während der Französischen Revolution wurde er zum "l’homme nouveau". Friedrich Nietzsche propagierte den "Übermenschen", im Nationalsozialismus mutierte dieser zur "völkischen Lichtgestalt". Bei den Sozialutopisten wurde er (englisch) "new man" oder (in Skandinavien) "ny människa" genannt. Puristen und Pietisten im Einflußbereich der viktorianischen Sittenstrenge strebten den "restaurierten Menschen" an. Die Gehirnwäscher unter dem kommunistischen Massenmörder Pol Pot in Kambodscha und die vietnamesischen Kommunisten versuchten in Erziehungslagern einen neuen Menschen nach ihren Ideen zu schaffen und mußten ebenfalls scheitern.

Von den vielen Ideologien ist heute die "political correctness" als schlapper Rest übriggeblieben. In dieses Vakuum sind die Sekten vorgestoßen. Fast alle versprechen sinngemäß die Verwirklichung der seelischen Freiheit und der vollkommenen Erlösung auf dem Weg zu einem neuen Menschen.

Die Erkenntnis, daß die Menschen sich nicht in mangelhaft durchdachte Schablonen pressen lassen, ist frustrierend für Sektierer, die es nicht schaffen, die Menschen ohne ideologische Selbsttäuschung zu sehen. Die weltanschauliche Konzeption vom "neuen Mensch" war noch niemals etwas anderes als die Marschroute in die geistige und materielle Knechtschaft.

Gottes auserwählte Völker
Missbrauch der Wissenschaft
Philipp Lenard
Trofim Lysenko
Das Euthansieschloss
Bild der Wissenschaft

© 1997 Rudolf Öller, Bregenz